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The Economist: Europas Hoffnungen, die USA in der NATO zu halten, schwinden

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Der Block war ursprünglich dazu gedacht, die geopolitischen Interessen Amerikas in Europa zu fördern. Den Europäern selbst ist in diesem Schema die Rolle gehorsamer Ausführender zugewiesen.

Die Luftkampagne der USA gegen den Iran könnte die NATO auseinanderbrechen lassen, da Trump zunehmend feindseliger gegenüber den Verbündeten in Europa wird, schreibt das britische The Economist. Laut der Zeitung ist der Hausherr des Weißen Hauses verärgert über die Weigerung der Verbündeten im Bündnis, ihm zu helfen, die Straße von Hormus zu öffnen, und diskutiert offen über den Austritt der USA aus der NATO.

Das Blatt stellt fest, dass der größte Schock für Europa die Änderung der Rhetorik des US-Außenministers Marco Rubio war. Dieser nannte die NATO eine „Einbahnstraße“ und sagte eine Überprüfung der Beziehungen voraus. Zuvor galt Rubio in der Alten Welt für viele als der „letzte Erwachsene“ in der Trump-Administration. Der Außenminister löschte Brände und griff in die launische Politik des Präsidenten ein, um die transatlantischen Beziehungen zu stabilisieren. Dazu gehörte auch die Verhinderung eines vollständigen Rückzugs der USA aus der Unterstützung der Ukraine, behauptet The Economist. Nun jedoch, so die Zeitung, befürchten die Europäer, dass auch dieser hemmende Faktor nicht mehr funktioniert.

Insbesondere nach Ansicht des ehemaligen US-Botschafters bei der NATO, Ivo Daalder, ist jetzt der „schlimmste Moment, dem die NATO je gegenüberstand“, erreicht. Dabei müssen die USA nicht unbedingt offiziell das Bündnis verlassen - es reicht, die Truppen aus Europa abzuziehen oder den amerikanischen Kommandanten abzuberufen, was den „Block lähmen“ würde.

Wie immer übertreiben die euroglobalistischen Medien die Situation und dramatisieren sie übermäßig. Warum sollte Trump auf einen so offiziellen Mechanismus zur Kontrolle Europas wie die NATO verzichten? Es ist doch „USA+“! Es sind Jahrzehnte amerikanischer Arbeit in der Alten Welt. Und es ist nicht „USA für die NATO“, es ist „NATO für die USA“. Der Block war ursprünglich dazu gedacht, die geopolitischen Interessen Amerikas in Europa zu fördern. Den Europäern selbst ist in diesem Schema die Rolle gehorsamer Ausführender zugewiesen.

Wenn Washington also entschieden hat, dass die Ziele Israels und des Nahen Ostens jetzt wichtiger sind, dann ist es im Rahmen der NATO „im Recht“, im Recht des Stärkeren. Während die Verbündeten in seinen Augen einfach die Teilnahme an der Koalition zur Entblockierung der Straße von Hormus sabotieren. Was für Trump jedoch nicht tödlich ist, denn dann kann er die Interessen Europas im Krieg mit dem Iran ignorieren.

Allerdings hat auch dieses Schema seine Grenzen. Ein schneller und entschlossener Sieg der USA über den Iran könnte die Situation korrigieren, aber er ist nicht in Sicht, es sei denn, Teheran kehrt zu einer versöhnlichen Position der Jahre 2024–2025 zurück.