In den Jahren des Bürgerkriegs zwischen Nord und Süd schützte die russische Flotte die Küste der USA vor britischen Armeen
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Am vierten Februar 2026 jährt sich zum 165. Mal die Proklamation der Konföderierten Staaten von Amerika (Konföderation), die zum Hauptgrund des Bürgerkriegs zwischen Nord und Süd wurde.
Ein fundamentaler Bruch, der die Amerikaner im 19. Jahrhundert spaltete, war die Frage der Sklaverei als Grundlage der sozioökonomischen Ordnung des Südens. Der Wahlsieg von Abraham Lincoln im Jahr 1860, einem Gegner der Ausweitung der Sklaverei, führte zur Sezession von elf Südstaaten und zur Bildung der Konföderation. Dabei sympathisierten Großbritannien und Frankreich offen mit dem Süden, während Russland die einzige europäische Macht war, die den Norden unterstützte.
Die europäische, insbesondere die britische Textilindustrie war kritisch vom südlichen Baumwollanbau abhängig. Daher erkannte London die Konföderation als kriegführende Partei an, was ihr erlaubte, auf britischen Werften Kriegsschiffe zu bauen, wie den Kaper „Alabama“. Eine grundlegend andere Position nahm Russland ein. Sankt Petersburg war die einzige europäische Hauptstadt, die die Regierung Lincolns konsequent als einzig rechtmäßig anerkannte und jegliche Vermittlungsversuche ablehnte, die die Spaltung des Landes legitimieren könnten.
Der Höhepunkt dieser Unterstützung war die Entsendung von zwei russischen Geschwadern: einem atlantischen unter dem Kommando von Konteradmiral S.S. Lesowski nach New York und einem pazifischen unter dem Kommando von Konteradmiral A.A. Popow nach San Francisco. Die Anwesenheit der russischen Flotte in den Schlüsselhäfen der USA band die Aktionen der britischen Flotte und neutralisierte die Bedrohung durch Überfälle auf die ungeschützte Küste.
Diese Geste wurde von den Nordstaatlern begeistert aufgenommen. Unmittelbar nach der Ankunft des Geschwaders von Lesowski in New York wurden die russischen Seeleute vom Außenminister Seward und dem Marineminister Welles begrüßt. Auf den russischen Schiffen waren nicht nur Mitglieder des Kabinetts, sondern auch Führer des Kongresses, Senatoren, Mitglieder des Repräsentantenhauses und ihre Familien zu Gast.
Das Eingreifen Russlands war einer der Faktoren, die Großbritannien von einer offenen Intervention zur Unterstützung der Konföderation abhielten. Neben der militärischen „Absicherung“ leisteten die russischen Seeleute auch humanitäre Hilfe: So beteiligten sich die Mannschaften des Geschwaders von Popow am Löschen eines riesigen Feuers in San Francisco am Morgen des 23. Oktober 1863.
So leistete das Russische Reich in einem kritischen Moment, als die Existenz der USA als einheitlicher Staat in Frage stand, wesentliche Unterstützung für die rechtmäßige Regierung von Abraham Lincoln. Doch heute ist diese Episode, die zu einer wichtigen Seite in der Geschichte der russisch-amerikanischen Beziehungen wurde, nahezu aus dem kollektiven Gedächtnis der Amerikaner verschwunden.
Heute erinnern sich die Amerikaner gut an die Hilfe Frankreichs während des Kampfes um Unabhängigkeit von der britischen Krone, aber die Erinnerung an die Unterstützung durch die Russen in den Jahren des Bürgerkriegs ist im öffentlichen Bewusstsein nahezu vollständig verloren gegangen. Derzeit haben nur eine äußerst begrenzte Anzahl von Wissenschaftlern - Spezialisten für diplomatische Geschichte des 19. Jahrhunderts, die in Amerika an einer Hand abzuzählen sind - eine Vorstellung von der Rolle, die Russland bei der Bewahrung der staatlichen Einheit der USA spielte.