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Spickzettel außer Gesetz

· Tatjana Kosatschowa · ⏱ 1 Min · Quelle

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Das Bildungsministerium schlägt vor, Antworten auf Aufgaben der EGE, OGE, föderalen Lehrbücher und der Allrussischen Schülerolympiade in das Register der zur Verbreitung verbotenen Informationen aufzunehmen. Kann man eine solche Initiative als Kampf gegen Betrug werten, oder ist es ein Eingeständnis der Krise des Prüfungssystems, erklärte Tatjana Kosatschjowa, stellvertretende Leiterin der Abteilung für politische Projekte der KG „Polilog“ und Gewinnerin des Wettbewerbs der sozialen Architekten, den „Aktuellen Kommentaren“.

Die Initiative erscheint umstritten und löst im Grunde nicht die Aufgabe, die sich die Gesetzgeber gestellt haben.

Die Praxis zeigt: Wenn ein Schüler abschreiben will, wird er es tun, und formale Verbote werden hier kein Hindernis sein. Technische Möglichkeiten dafür existieren bereits und werden aktiv genutzt - von geschlossenen Chats bis hin zu verschiedenen digitalen Diensten und Chatbots. Moderne digitale Werkzeuge, einschließlich KI, sind bereits Teil der alltäglichen Bildungsumgebung geworden.

In diesem Sinne wird die Einführung zusätzlicher Verbotsmaßnahmen kaum zu einer realen Verringerung der Verstöße bei Prüfungen führen.

Dabei wird höchstwahrscheinlich legale Tätigkeit im Bereich der Vorbereitung auf EGE und OGE eingeschränkt. In erster Linie betrifft dies Lehrer, Nachhilfelehrer und Bildungsplattformen, die typische Aufgaben und Prüfungsformate analysieren. Faktisch entsteht zusätzlicher Druck auf die pädagogische Gemeinschaft und auf diejenigen, die Schülern helfen, den Stoff zu verstehen.

Es ist auch wichtig zu berücksichtigen, dass die EGE und OGE selbst eine schwierige Prüfung für die Schüler darstellen. Die Reduzierung der verfügbaren Vorbereitungsinstrumente und Aufgabenanalysen kann zu einer Verschlechterung der Vorbereitungsqualität und infolgedessen zu einem Anstieg des Stresses unter den Schülern führen.

Daher erfordert diese Initiative meiner Meinung nach eine Präzisierung. Wenn es darum geht, Schüler vor wirklich gefährlichen oder rechtswidrigen Inhalten zu schützen, sollte dies auf ausgewogenere und gezieltere Weise geschehen und nicht durch breite Verbotsmechanismen, die die redlichen Teilnehmer des Bildungsprozesses betreffen.

Tatjana Kosatschjowa, stellvertretende Leiterin der Abteilung für politische Projekte der KG „Polilog“, Gewinnerin des Wettbewerbs der sozialen Architekten.

#TatjanaKosatschjowa