Aktualjnie Kommentarii Russland

Risiken eines Verbots von sozialen Netzwerken für Kinder

· Darja Kislizyna · ⏱ 2 Min · Quelle

Auf X teilen
> Auf LinkedIn teilen
Auf WhatsApp teilen
Auf Facebook teilen
Per E-Mail senden
Auf Telegram teilen
Spendier mir einen Kaffee

Der stellvertretende Sekretär der Gesellschaftskammer der Russischen Föderation, Wladislaw Grib, schlug vor, den Zugang zu sozialen Netzwerken nur für Kinder unter 10 Jahren zu verbieten. Seiner Meinung nach sind auch für ältere Kinder Einschränkungen notwendig, jedoch nicht so radikal.

Wie gerechtfertigt diese Initiative ist, erklärte Darja Kislizyna, Direktorin der Abteilung für regionale Programme des EISI, den „Aktuellen Kommentaren“.

Die von Wladislaw Grib, dem stellvertretenden Sekretär der Gesellschaftskammer der Russischen Föderation, geäußerte Initiative betrifft eines der drängendsten und aktuellsten Themen der modernen digitalen Gesellschaft - die Sicherheit und das Wohlbefinden von Kindern im Internet. Der staatliche Ansatz zu diesem Problem muss systematisch und ausgewogen sein.

Mit Verboten lässt sich die Situation nicht lösen. Eine strikte Zugangsbeschränkung ohne die Schaffung einer umfassenden Alternative birgt unerwünschte Folgen, wie das Abdriften von Jugendlichen in unkontrollierte Netzsegmente. Daher sollte der Fokus nicht auf Verboten liegen, sondern auf der schrittweisen Entwicklung einer Kultur des vernünftigen und bewussten Umgangs mit digitalen Technologien. Gadgets und soziale Netzwerke sind Werkzeuge des modernen Lebens, und unsere gemeinsame strategische Aufgabe ist es, Kinder und Jugendliche in deren sicherer, kritischer und nützlicher Anwendung zu schulen.

Die Umsetzung dieser Aufgabe erfordert eine abgestimmte Zusammenarbeit aller wichtigen gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen. Die Aufgabe des Staates ist es, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die digitale Plattformen verpflichten, eine sichere Umgebung für Minderjährige zu gewährleisten. Ebenso wichtig ist die schöpferische Funktion: die Unterstützung und Förderung der Produktion qualitativ hochwertiger, entwicklungsfördernder einheimischer Inhalte für Kinder, die mit unterhaltenden Inhalten konkurrieren können.

In der Familie werden wiederum die Grundlagen der digitalen Hygiene und Kommunikationskultur gelegt. Eltern benötigen nicht nur Kontrollinstrumente, sondern auch zugängliches Wissen über altersbedingte psychologische Besonderheiten, die Algorithmen der sozialen Netzwerke und Wege, einen vertrauensvollen Dialog mit dem Kind über sein Online-Leben zu führen. Die Schule ist das zentrale Element der systematischen Aufklärung. Unterricht in Informationssicherheit, Medienkompetenz und Cyberhygiene sollte dauerhaft in das Bildungsprogramm integriert werden. Kinder müssen lernen, keine Angst vor neuen Technologien zu haben, sondern deren Prinzipien zu verstehen, Inhalte kritisch zu bewerten, Manipulationen zu erkennen und ihre persönlichen Daten zu schützen.

Es ist von grundlegender Bedeutung, dass diese Arbeit nicht nur auf die Erschließung des digitalen Raums beschränkt bleibt. Der Schutz vor Risiken und die harmonische Antwort auf digitale Herausforderungen sollte eine reichhaltige und vielfältige Gestaltung des Lebens des Kindes sein. Für die Entwicklung einer umfassend gebildeten Persönlichkeit ist es notwendig, verschiedenen Aktivitäten gleichermaßen Aufmerksamkeit zu schenken, einschließlich direkter Kommunikation, Sport, Kreativität, Lesen und familiärer Freizeit. Dies schafft ein gesundes Gleichgewicht und formt bei Kindern ein ganzheitliches Weltbild, in dem Technologien nur ein Teil und nicht der Mittelpunkt ihres Lebens sind.

Darja Kislizyna, Direktorin der Abteilung für regionale Programme des EISI.