Neue GOST-Norm für Brot
· Konstantin Lebedew · ⏱ 2 Min · Quelle
Rosstandart hat eine neue zwischenstaatliche Norm für Weißbrot aus Weizenmehl genehmigt, die in Russland ab dem 1. April in Kraft tritt. Was sich für den Käufer mit der Einführung der neuen GOST-Norm ändert und ob es Risiken für kleine Unternehmen gibt, erklärte Professor der Abteilung für internationales Geschäft der Finanzuniversität bei der Regierung der RF Konstantin Lebedew den „Aktuellen Kommentaren“.
Die neue GOST-Norm für Weißbrot, die ab dem 1. April in Kraft tritt, ist ein lang erwarteter und sehr zeitgemäßer Schritt, der nicht nur als Verstärkung der Regulierung, sondern als flexible Modernisierung der Standards bezeichnet werden kann, die den Realitäten der modernen Produktion und den Anforderungen der Verbraucher entspricht.
Im Gegensatz zur veralteten GOST-Norm von 1986 ist das neue Dokument nicht auf die formale Einhaltung sowjetischer Normen ausgerichtet, sondern auf die Erreichung eines konkreten Ergebnisses - gleichbleibend hohe Qualität und Produktsicherheit.
Warum gerade jetzt? Die Rückkehr zu aktuelleren Standards ist durch objektive Veränderungen auf dem Markt bedingt. In den letzten Jahrzehnten sind in Russland viele kleine private Bäckereien und Produktionsstätten entstanden, die moderne Ausrüstung und Zutaten verwenden. Die alte GOST-Norm hemmte ihre Entwicklung, indem sie sie entweder zwang, sich an archaische Anforderungen anzupassen (zum Beispiel das obligatorische Gewicht eines Laibs von 500 g), oder ganz ohne GOST zu arbeiten, was für den Verbraucher rechtliche Unsicherheit schuf. Der neue Standard „legalisiert“ die modernen Realitäten, indem er für alle klare und umsetzbare Spielregeln festlegt.
Risiken für kleine Unternehmen? Im Gegenteil, die neue GOST-Norm schafft für kleine Bäckereien Wachstumschancen. Die Erlaubnis, Brot mit geringerem Gewicht (weniger als 500 g) herzustellen, ist eine direkte Antwort auf die Bedürfnisse der Verbraucher, die es bequem finden, ein frisches, kleines Brot zu kaufen, um es in ein bis zwei Mal zu verzehren. Dies ermöglicht es den Bäckereien auch, mit dem Sortiment zu experimentieren. Eine klare und erlaubte Liste von Rohstoffen bietet die legale Möglichkeit, moderne Verbesserer und Enzyme zu verwenden, die eine gleichbleibende Qualität jeder Charge garantieren, was besonders wichtig für kleine Produktionen ist, bei denen jedes Produkt im Blickfeld steht.
Was ändert sich für den Käufer? Für den Verbraucher werden die Änderungen nur positiv sein. Erstens wird das Sortiment erweitert: Es wird mehr Brot mit geringem Gewicht und in verschiedenen Formen in den Regalen geben. Zweitens wird die Vorhersehbarkeit der Qualität erhöht: Selbst wenn das Brot in einer kleinen Bäckerei gebacken wird, wird die Einhaltung der GOST-Norm für den Käufer ein Zeichen der Zuverlässigkeit sein. Der Verzicht auf die veraltete Empfehlung einer 24-stündigen Verkaufsfrist zugunsten flexiblerer Ansätze (mit Schwerpunkt auf organoleptischen Eigenschaften - Aussehen, Geruch, Geschmack) ermöglicht es, Brot genau so lange zu verkaufen, wie es wirklich frisch und appetitlich ist, und reduziert die Anzahl unbegründeter Abschreibungen.
Daher sollte die neue GOST-Norm als durchdachtes Instrument bewertet werden, das den Schwerpunkt von einem „starren“ Berichtssystem auf die tatsächliche Qualität verlagert. Sie ist für alle von Vorteil: Der Staat erhält einen modernen Sicherheitsstandard, die Hersteller - verständliche Bedingungen für Entwicklung und Wettbewerb, und die Käufer - leckeres, frisches und vielfältiges Brot. Dies ist ein Schritt zu einem zivilisierten Markt, in dem Standards nicht bremsen, sondern fördern.
Konstantin Lebedew, Professor der Abteilung für internationales Geschäft der Finanzuniversität bei der Regierung der RF.