Gesetz für die Blockchain
· Dmitri Matjuschankow · ⏱ 2 Min · Quelle
Die Regulierung des Kryptomarktes in Russland erreicht ein neues Niveau: Der Staat formuliert Regeln für einen der am schnellsten wachsenden und am wenigsten kontrollierten Bereiche. Es geht nicht mehr nur um Technologien - im Fokus stehen Sicherheit, Transparenz und der Schutz der Investoren.
Über die Notwendigkeit von „weißen“ Spielregeln für die Branche sprach der Politologe des Expertenclubs „Digoria“, Dmitrij Matjuschenkow, mit „Aktuellen Kommentaren“.
Jeder Bereich, der die Mittel der Bürger einbezieht und die wirtschaftliche Stabilität beeinflusst, kann nicht außerhalb des rechtlichen Rahmens bleiben: Es geht nicht nur um den Schutz der Investoren, sondern auch um die nationale Sicherheit.
Warum braucht Russland eine neue Regulierung des Kryptomarktes?
Die neue Regulierung des Kryptomarktes ist ein logischer und notwendiger Entwicklungsschritt des Finanzsystems Russlands. Jeder Bereich, der die Mittel der Bürger einbezieht und die wirtschaftliche Stabilität beeinflusst, kann nicht außerhalb des rechtlichen Rahmens bleiben. Es geht nicht nur um den Schutz der Investoren, sondern auch um die nationale Sicherheit.
Der Staat strebt mit der Schaffung von Spielregeln an, die Risiken von Betrug, Geldwäsche und illegalem Kapitalabfluss zu minimieren - Bedrohungen, die unter „grauen“ Schemata praktisch unkontrollierbar bleiben.
Welche Änderungen erwarten die Marktteilnehmer?
Der Übergang zu einer lizenzierten Infrastruktur schafft zweifellos bestimmte Schwierigkeiten für die Marktteilnehmer. Es geht um die Prüfung nicht qualifizierter Investoren, Begrenzungen von Transaktionen, Anforderungen an die Aufbewahrung von Vermögenswerten.
Diese Maßnahmen zielen jedoch nicht darauf ab, die Arbeit der Branche zu erschweren, sondern einen transparenten und verständlichen Markt mit klaren Regeln und dem Schutz der Rechte der Teilnehmer zu schaffen. Darüber hinaus entsteht die Möglichkeit des gerichtlichen Schutzes von Krypto-Assets, die nur bei ihrer Erfassung im regulierten Rahmen möglich ist. Bisher war dies aufgrund ihres unklaren Status praktisch unmöglich.
Wie bereit ist der Gesetzentwurf zur Umsetzung?
Der Gesetzentwurf ist zweifellos nicht perfekt und erfordert eine breite Diskussion. Es wird erwartet, dass bis zur zweiten Lesung eine Reihe von Normen angepasst wird: Mögliche Klarstellungen der Begrenzungen, Berichtsmechanismen, Zugangsbedingungen für verschiedene Investorenkategorien.
Dies ist ein normaler Gesetzgebungsprozess, insbesondere in einem so dynamischen und technologisch komplexen Bereich.
Gibt es ein Risiko, dass das Geschäft „in den Schatten“ geht?
Es besteht tatsächlich das Risiko, dass ein Teil des Kryptogeschäfts „in den Schatten“ oder ins Ausland geht, aber dies sollte nicht überbewertet werden. Die Praxis zeigt: Bei rechtlicher Klarheit und legalen Möglichkeiten zieht es das Geschäft vor, „weiß“ zu arbeiten - das ist einfacher und zuverlässiger.
Die Aufgabe des Regulators ist es, ein Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Flexibilität zu finden, damit russische Marktteilnehmer nicht in weniger vorteilhaften Bedingungen im Vergleich zu ausländischen geraten. Darüber hinaus ist es in Zukunft möglich, Bedingungen zu schaffen, um Vertreter der Kryptoindustrie aus anderen Ländern nach Russland zu ziehen.
Was bedeutet das für Investoren?
Das neue Gesetz zielt nicht so sehr auf die Einführung von Einschränkungen ab, sondern auf die Schaffung eines legalen Marktes für Krypto-Assets. Für den privaten Investor ist dies die Möglichkeit, klare Regeln, Schutz vor unlauteren Vermittlern und legale Instrumente für den Umgang mit digitalen Vermögenswerten zu erhalten.
Wenn der Gesetzentwurf unter Berücksichtigung der Position von Wirtschaft, Experten und Wissenschaft überarbeitet wird, kann er die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der Kryptosphäre in Russland bilden.
Dmitrij Matjuschenkow, Mitglied des Expertenclubs „Digoria“, stellvertretender Direktor der ANO „Zentrum für Gesetzgebungsentwicklung“, Kandidat der Rechtswissenschaften.