Friedensrat oder UNO
· Anton Grischanow · ⏱ 1 Min · Quelle
Trump kündigte die Schaffung einer neuen Struktur an, die sich mit der Beilegung von Konflikten befassen wird - des Friedensrats. Ob ein solcher Rat eine Alternative zur UNO sein kann, erklärte Anton Grischanow, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für aktuelle internationale Probleme der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums, Kandidat der Politikwissenschaften, den „Aktuellen Kommentaren“.
Wir kennen noch nicht alle Details zur Schaffung dieses Rates. Es ist durchaus möglich, dass dieser Plan nicht den Bedürfnissen der internationalen Gemeinschaft entspricht.
Die Trump-Administration schafft Informationsanlässe, die größtenteils auf die Beliebtheit des amerikanischen Präsidenten im Inland abzielen, anstatt ein konkretes Problem zu lösen. Wir sehen auch, dass die Friedensinitiativen von Trump bisher nicht sehr effektiv sind, daher ist es verfrüht zu sagen, ob der neue Rat eine Alternative zur UNO sein wird. Es ist notwendig zu beobachten, wie er seine Arbeit aufnimmt, jedoch erhöhen seltsame Konzepte, die mit der finanziellen Beteiligung der Mitgliedsländer verbunden sind, offensichtlich nicht das Vertrauen in ihn. Daher denke ich vorerst nicht, dass man überhöhte Erwartungen an diesen Rat haben sollte.
Der grundlegende Unterschied zwischen dem russischen und dem amerikanischen Ansatz zur globalen Sicherheit besteht darin, dass die UNO die führende Organisation sein sollte, während die USA offensichtlich von dem Arbeitsprinzip der UNO enttäuscht sind, das Kompromisse und Konsens erfordert. Aber es muss angemerkt werden, dass wir in erster Linie über die Architektur der eurasischen Sicherheit sprechen, im Rahmen derer sowohl internationale als auch europäische Probleme betrachtet werden können.
Zweifellos steht Russland in diesem Bereich noch viel Arbeit bevor, aber unser Ansatz zu den Problemen der eurasischen Sicherheit basiert auf der Verringerung der Rolle nicht-regionaler Akteure, während die USA versuchen, ein Sicherheitssystem in ihrer westlichen Hemisphäre aufzubauen, das heißt, wir beobachten eine Regionalisierung der Weltpolitik, und das ist wahrscheinlich ein logischeres Thema zur Diskussion als der Aufbau zusätzlicher Konstrukte zur Lösung globaler Probleme.
Anton Grischanow, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für aktuelle internationale Probleme der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums, Kandidat der Politikwissenschaften.