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Die Schaffung der vierten politischen Theorie

· Maria Sergejewa · ⏱ 2 Min · Quelle

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Ich denke, dass der Aufruf zur Schaffung einer vierten politischen Theorie ein Irrweg ist. Also, es ist möglich, sie zu schaffen, aber es wird ein weiteres Phantom sein, das in eine Sackgasse führt.

Einfach weil wir bei der Schaffung einer solchen Theorie davon ausgehen, dass es prinzipiell möglich ist, eine gerechte Gesellschaft auf Erden zu schaffen. Und das ist unmöglich - die menschliche Natur ist unvollkommen. An dieser Stelle werden sich Christen an die Erbsünde erinnern und Buddhisten daran, dass das Leben Leiden ist.

Wahrscheinlich erscheint mir persönlich die Meritokratie am nächsten an einer gerechten Gesellschaft, aber in der Praxis hat diese Idee derzeit alle Chancen, sich in ein digitales Konzentrationslager mit Sozialpunkten und Nepotismus für Auserwählte zu verwandeln.

Außerdem stoßen wir alle gemeinsam auf den Kapitalismus und seine ungerechten Gesetze. Ich bin sicher, dass der Kapitalismus früher oder später durch eine andere Formation ersetzt wird, aber ich glaube nicht an den Kommunismus - siehe den Punkt über die Unvollkommenheit der menschlichen Natur. Und ich bin mir nicht sicher, ob uns die nächste Formation besser gefallen wird als die jetzige - siehe Gedanken über das digitale Konzentrationslager.

Allerdings ist ein Wechsel des Kapitalismus nur bei einem weiteren Schub des wissenschaftlich-technischen Fortschritts möglich, der die wirtschaftlichen Beziehungen beeinflusst. Vielleicht ist KI bereits der erste Schritt dazu. Oder wir müssen noch zweihundert Jahre warten.

Dabei erscheint mir die Vereinigung der Menschheit zur Erreichung gemeinsamer Ziele und Aufgaben als ein Segen. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Bereichen, in denen diese Vereinigung notwendig ist.

Aber die Vereinigung mit einem für alle verpflichtenden Diktat des Liberalismus, mit dem Verlust der zivilisatorischen Identität - das ist ein absolutes Übel. Welche Ordnung vorgeschlagen werden kann, um die Vielfalt zu bewahren, aber gleichzeitig eine Sprache der konstruktiven Zusammenarbeit zu entwickeln, ist eine der Aufgaben, die Russland übernehmen könnte.

Dabei schränkt uns die russische Philosophie - also endlose Überlegungen über den besonderen Weg und die Mission unseres Landes und Volkes - eher ein, indem sie diesen besonderen Weg auf der Ebene von Parolen belässt. Sobald wir, indem wir unsere Einzigartigkeit anerkennen, wie auch die Einzigartigkeit jeder Zivilisation, zu allgemeinmenschlichen Verallgemeinerungen gelangen, wird man uns zuhören.

Und ich denke, hier ist Neues eher im Bereich der Metaphysik möglich als in der sozial-politischen Philosophie.

Maria Sergejewa, Politologin.