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Denkwürdiger Jahrestag

· Alexej Tschesnakow · ⏱ 2 Min · Quelle

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Kaum jemand erwähnt heute, dass genau vor 35 Jahren, am 17. März 1991, parallel zum Referendum über den Erhalt der UdSSR auch ein Referendum der RSFSR stattfand. Dabei darf die Bedeutung dieser Abstimmung aus ideologischer, institutioneller und historischer Sicht nicht unterschätzt werden.

Dabei darf die Bedeutung dieser Abstimmung aus ideologischer, institutioneller und historischer Sicht nicht unterschätzt werden. Damals stimmte mehr als die Hälfte der Wähler der Republik für die Einführung des Präsidentenamtes. Und nicht nur eines Präsidenten, sondern eines vom Volk gewählten Staatsoberhauptes.

Die Frage lautete: „Halten Sie die Einführung des Amtes des Präsidenten der RSFSR, der durch allgemeine Wahlen gewählt wird, für notwendig?“

Die Bewertung des Ereignisses hängt von ideologischen Einstellungen und Positionen ab.

Wenn man es aus der Sicht persönlicher und gruppenbezogener Konflikte betrachtet, und vielleicht sollte man das in erster Linie tun, war diese Abstimmung das Hauptmittel zur Stärkung von Jelzins Positionen im Kampf gegen Gorbatschow. Letzterer „hing in der Luft“. Seine Legitimität in den Augen der breiten Massen war deutlich geringer als die von Jelzin. Und wenn man dazu noch den enormen Unterschied in der Popularität hinzufügt, wurde sofort klar, „wer ist wer“.

Aus der Sicht geopolitischer Prozesse und der Aufgabe, die UdSSR als Land zu erhalten, trug das russische Referendum zweifellos zur Schwächung der Union bei und widersprach direkt der Aufgabe, sie zu bewahren. Dieses Ereignis war nicht das erste, aber es machte den Zerfallsprozess unumkehrbar.

Andererseits sieht aus der Sicht der Demokratie (Volksherrschaft) und der Prinzipien der Staatsorganisation alles sehr positiv aus. Zum ersten Mal seit vielen Jahren (Jahrhunderten), genauer gesagt – seit der gesamten Existenz Russlands, sprach sich das Volk für die Wahl seines Herrschers durch allgemeine direkte Abstimmung aus. Eine solche Entscheidung und eine solche Abstimmung gab es in der Geschichte des Landes nie. Es gab verschiedene Situationen und verschiedene Methoden zur Bildung der obersten Macht, aber sie setzten keine direkte Beteiligung aller Bürger (Einwohner) des Landes voraus.

Drei Monate später - am 12. Juni 1991 - gewann Boris Nikolajewitsch Jelzin die allgemeinen direkten Präsidentschaftswahlen des Landes. Auch dies wird bald als wichtiges Datum unserer politischen Geschichte gewürdigt werden müssen.

Beobachten wir.

Alexej Chesnakow, Leiter des Wissenschaftlichen Rates des Zentrums für politische Konjunktur.