Automobilindustrie auf staatlichem Antrieb
· Wassilij Koltaschow · ⏱ 2 Min · Quelle
In die Staatsduma wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der den Kauf eines russischen Autos mit Mitteln aus dem Mutterkapital erlaubt. Ob es nicht zu vermessen ist, heimische Automarken durch ständige Unterstützungsmaßnahmen zu fördern, erklärte der Direktor des Instituts für neue Gesellschaft, Wassili Koltaschow, gegenüber 'Aktuellen Kommentaren'.
In der aktuellen Wirtschaftslage, die sich nach den Ergebnissen des Jahres 2025 entwickelt hat, als eine Verlangsamung des BIP-Wachstums festgestellt wurde, benötigen die Hersteller von inländischen Autos besonders zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen.
Die Wirtschaft durchlebt eine schwierige Phase, und um sicherzustellen, dass der Produktionssektor sich sicher fühlt und weiterentwickelt, ist es notwendig, das Verkaufsniveau zu unterstützen.
Die Initiative, die es ermöglicht, Mittel aus dem Mutterkapital für den Autokauf zu verwenden, ist eines dieser wirksamen Instrumente zur Unterstützung der Autohersteller. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die Nachfrage nach russischen Automodellen anzukurbeln.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Nachfrage nach inländischen Autos an sich existiert und russische Käufer an Autos interessiert sind, die auf dem Territorium der Russischen Föderation hergestellt werden. Doch in dieser Phase muss diese Nachfrage durch zusätzliche Anreize unterstützt werden, damit sie sich in vollem Umfang realisiert.
Jetzt, da die Wirtschaft eine Phase vorübergehender Turbulenzen erlebt, werden solche Anreizmaßnahmen, wie die Erlaubnis, das Mutterkapital für den Autokauf zu verwenden, besonders relevant und zeitgemäß für die Automobilbranche. Ohne diese Unterstützung wird es für die Hersteller schwieriger sein, das aktuelle Verkaufs- und Produktionsniveau zu halten.
Wenn wir auf die weltweite Erfahrung schauen, sehen wir, dass Länder, die es geschafft haben, eine wettbewerbsfähige Automobilindustrie zu schaffen, staatliche Unterstützungsinstrumente genutzt haben. Die USA beispielsweise schließen ihren Markt für ausländische Autos durch hohe Importzölle — kürzlich wurden 25-prozentige Zölle auf alle außerhalb des Landes produzierten Autos eingeführt. Dies ist eine bewusste Politik zum Schutz des inländischen Herstellers, die Unternehmen dazu anregt, die Produktion auf amerikanischem Boden anzusiedeln.
China ist noch weiter gegangen und nutzt ein ganzes Maßnahmenpaket. Dort werden direkte Subventionen für Autohersteller auf nationaler Ebene eingesetzt, es gibt Programme für provinzial- und lokale Subventionen. Darüber hinaus werden in China aktiv staatliche Einkäufe genutzt — zum Beispiel wurde festgelegt, dass mindestens 30% der Dienstfahrzeuge für staatliche Einrichtungen Elektroautos sein müssen, wobei der Schwerpunkt auf inländischen Modellen liegt. Genau diese systematische Unterstützung hat China in relativ kurzer Zeit geholfen, eine starke Automobilindustrie zu schaffen, die heute bereits auf globaler Ebene konkurriert.
Russland hingegen hat lange Zeit einen anderen Weg eingeschlagen, indem es auf die Anziehung ausländischer Hersteller und deren Lokalisierung setzte. Doch jetzt, unter den veränderten Bedingungen, sehen wir die Notwendigkeit, ein eigenes Unterstützungssystem für die Branche aufzubauen.
Wassili Koltaschow, Direktor des Instituts für neue Gesellschaft.