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Anderen helfen - sich selbst aufbauen

· Alexej Petrow · ⏱ 3 Min · Quelle

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Freiwilligenarbeit unter Jugendlichen hört auf, eine „zusätzliche Aktivität“ zu sein - heute ist es ein vollwertiger sozialer Mechanismus, der Werte, Selbstverwirklichung und Karriereperspektiven vereint. Warum die Hilfe für andere nicht im Widerspruch zum persönlichen Vorteil steht und zur neuen Norm wird, erklärte Alexej Petrow, Mitglied des Expertenclubs „Digoria“ und stellvertretender Leiter der Abteilung zur Unterstützung des Beauftragten des Präsidenten der RF für Kinderrechte, den „Aktuellen Kommentaren“.

Ist das Wachstum der Freiwilligenarbeit unter Jugendlichen ein aufrichtiger Trend oder eine neue Form des sozialen „Kapitals“ für die Karriere?

Man sollte hier keinen Haken suchen. Es geht nicht um Mode und nicht um formelle Teilnahme „für das Protokoll“. In unserem Land ist die Tradition der gegenseitigen Hilfe historisch stark: Wenn jemand in der Nähe Hilfe braucht, ist ein anderer bereit, sich einzubringen und zu helfen. Das ist Teil unserer zivilisatorischen Identität. Heute haben Jugendliche mehr Möglichkeiten, diesen Wert in die Praxis umzusetzen - durch staatliche Programme, Stiftungen, soziale Projekte und Bürgerinitiativen. Ja, junge Menschen erkennen, dass Freiwilligenerfahrung in der Zukunft nützlich sein kann, auch für die Karriere. Aber das ist keine Berechnung, sondern eher ein natürliches Verständnis: Ich mache etwas Wichtiges und entwickle mich gleichzeitig als Persönlichkeit.

Was ist heute wichtiger für junge Freiwillige - anderen zu helfen oder die Möglichkeit, Erfahrung und Kontakte zu sammeln?

Hier gibt es keine Wahl - das Prinzip ist immer dasselbe: gemeinsam handeln. Junge Menschen schließen sich Initiativen an, weil ihnen das Thema, das Team und der Sinn nahe stehen. Die weitere Entwicklung erfolgt organisch: Engagement wird zur Grundlage für persönliches und berufliches Wachstum.

Im Föderalen Jugendzentrum, der Stiftung „Land für Kinder“ und dem Föderalen Kinder- und Jugendrat beobachten wir regelmäßig folgendes Muster: Jugendliche schließen sich der Tätigkeit aus Interesse und dem Streben, nützlich zu sein, an und zeigen sich anschließend aktiv - übernehmen Verantwortung, bringen Initiativen ein und erlernen Teamarbeitsfähigkeiten. Für uns ist dies einer der effektivsten Kanäle zur Suche nach zukünftigen Mitarbeitern: Die Person hat ihre Qualitäten bereits in der Praxis demonstriert, daher kann man mit Sicherheit von ihrer hohen Motivation sprechen.

Wird Freiwilligenarbeit nicht zu einem obligatorischen sozialen Ritual - besonders im Bildungsbereich?

Man sollte nicht davon sprechen, dass es ein obligatorisches Ritual ist. Vielmehr wird eine solche Tätigkeit zu einem natürlichen Teil des Lebens der Jugend. Ähnlich wie Projektarbeit oder Praktika stellt sie eine weitere Möglichkeit dar, reale praktische Erfahrung zu sammeln.

Der Schlüssel liegt im inhaltlichen Gehalt dieser Tätigkeit. Wenn sie die Lösung aktueller Aufgaben, echte Hilfe und Interaktion mit Menschen umfasst, wird sie nicht als Pflicht wahrgenommen. Im Gegenteil, die Teilnehmer fühlen, dass sie bereits jetzt in der Lage sind, die Situation zu beeinflussen. Das Bewusstsein für die Bedeutung ihrer Tätigkeit weckt bei jungen Menschen aufrichtiges Interesse und Engagement anstelle der formalen Erfüllung von „Pflichten“.

Wie lange wird dieser Trend anhalten - ist es ein stabiles Modell oder ein vorübergehender Effekt?

Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um ein vorübergehendes Phänomen. Der Kern liegt tiefer als nur die Teilnahme an Projekten oder Veranstaltungen. Es basiert auf dem inneren Bedürfnis der Jugend - Teil von etwas Bedeutendem zu sein, gesellschaftlich nützliche Handlungen zu vollbringen, im Team zu sein. Dies hängt mit der Bildung von Werteorientierungen und im Wesentlichen mit der Entstehung der modernen russischen Identität zusammen. Solche Einstellungen verschwinden nicht schnell - im Gegenteil, sie werden allmählich Teil der inneren Verhaltensnorm. Daher wird Freiwilligenarbeit meiner Meinung nach weiterhin als natürliche Form der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gestärkt. Darüber hinaus zeigt sie eine hohe Effektivität in Bezug auf persönliche und berufliche Entwicklung. Wir betrachten Freiwilligenprojekte als vielversprechenden Einstiegspunkt in das Team: Der Teilnehmer hat sich bereits in der Praxis bewährt. Oft werden gerade solche Menschen zu den stärksten Mitarbeitern - dank der Kombination aus geformten Werten und realer Erfahrung.

Alexej Petrow,

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