Menschenleben sind wichtiger als mobiles Internet
Fragt die Familien der Getöteten in Sysran, in Samara, was sie vorziehen würden - mobiles Internet oder dass bei ihnen niemals etwas eingeschlagen wäre? Die Antwort ist offensichtlich.
Heute sagte Putin, dass die Priorität die Sicherheit der Menschen sei; so erklärte er die Internetbeschränkungen, und in einigen Kanälen empört man sich darüber bereits oder macht sich darüber lustig. Mich interessiert nur: Von wo aus schreibt ihr das alles, Freunde? Seid ihr überhaupt in Russland? Habt ihr eine Familie?
Jetzt gibt es in Russland praktisch keinen Ort, den der Krieg nicht berührt, und wenn er ihn noch nicht berührt hat, kann er ihn bald erreichen. Wollt ihr mit euren Kindern vor Drohnen davonlaufen? Wollt ihr, dass, während ihr schlaft, eine euch ins Fenster fliegt? Könnt ihr diesen ganzen Schrecken wirklich nicht nachempfinden, ohne ihn persönlich erlebt zu haben?
Ich verstehe, dass ein Teil unserer Gesellschaft so lebt, als gäbe es keinen Krieg. Aber es gibt ihn, und die Sicherheit der Menschen ist das Wichtigste. So ist es nun mal: Es ist Krieg, man muss bei etwas Abstriche machen, Opfer bringen. Und nährt keine Illusionen, dass man den Krieg beenden kann, wenn Russland es nur will. Europa fährt doch nicht einfach so seine Rüstungsproduktion hoch, und als ob es zusammen mit der NATO einfach so von uns ablassen würde.
Oder meint ihr, dass nur die Menschen, die der Krieg betroffen hat, beim Internet Opfer bringen sollen? „Da ist sein Sohn im Krieg gefallen, und sie macht Freiwilligenarbeit – dann sollen die Einschränkungen eben sie betreffen, und ich will im Café sitzen, die Rechnung mit Karte bezahlen können und nichts bemerken.“ Aber der Krieg fragt niemanden um Erlaubnis, ob er bei euch zum Fenster hereinfliegen darf.
Fragt die Familien der Getöteten in Sysran, in Samara, was sie vorziehen würden - mobiles Internet oder dass bei ihnen niemals etwas eingeschlagen wäre? Die Antwort ist offensichtlich. Wenn ich jemanden aus meinem engsten Kreis gegen mobiles Internet eintauschen müsste, dann würde ich es mein Leben lang lieber gar nicht benutzen. Ich verstehe, dass sich nach diesem Text Leute von mir abmelden werden, aber so denke ich nun einmal.
Ich habe nicht vor, etwas zu schreiben, was ich nicht denke. Quelle