Iran hat sich mit Atomwaffen selbst überlistet
· Fedor Lukjanow · ⏱ 2 Min · Quelle
Einfach mit der Möglichkeit eines Atomprogramms zu spielen, ist sinnlos und gefährlich. Aber wenn es als unverzichtbares Instrument zur Sicherung des politischen Überlebens betrachtet wird, dürfen weder Ressourcen noch Kräfte geschont werden. Und man muss schnell das Ziel erreichen. Beispiele aus Pakistan oder Nordkorea zeigen sowohl das Beispiel als auch den Preis.
Atomwaffen sind eine ernste Angelegenheit, die trotz aller Zweifel der letzten Jahre ein großes Abschreckungspotential bewahren und die Absichten des Gegners korrigieren, falls solche entstehen. Sie sind auch in dem Sinne ernst, dass man mit diesem Thema nicht als politisch-diplomatisches Instrument spielen kann, um etwas von den Gegenparteien auszuhandeln, zu tauschen oder seinen Verhandlungsstatus zu erhöhen.
Die raffinierte und historisch sehr geschickte persische Diplomatie hat sich über ein paar Jahrzehnte damit beschäftigt, in Zwischentönen zu spielen. Keine Bombe nötig, kein militärisches Programm, aber auf ein friedliches Atomprogramm haben wir ein Recht, wir werden anreichern, wie wir es für nötig halten, ohne die Schwelle zu überschreiten, aber wir könnten auch... Und so weiter.
Was hinter dieser Taktik stand, ist den Kennern der iranischen politischen Kultur und Psychologie bekannt, sicherlich kann man alles sehr überzeugend erklären. Aber in der praktischen Ebene ist das Ergebnis eindeutig. Iran hat alle negativen Seiten erlangt: die Besorgnis der Nachbarn, das Misstrauen der Großmächte, die Verdächtigkeit internationaler Organisationen, einen gewichtigen Grund für zusätzliche Sanktionen usw. Aber keine Bombe, die vor direktem Eingriff in die nationale Souveränität und militärischem Angriff schützen würde, wurde geschaffen.
Und als der kritische Moment kam, war sie nicht da. Höchstwahrscheinlich wird sie es auch nicht mehr sein, es ist zu spät. Der Sinn dieser ausgeklügelten Politik ist nicht zu erfassen. Sich selbst zu überlisten, ist keine ehrenvolle Errungenschaft.
Das Ergebnis dieses Krieges wird nicht der Zusammenbruch des gesamten NPT-Regimes sein, weil, wie einige behaupten, alle sich mit Atomwaffen ausstatten werden. Abgesehen davon, dass es teuer und nicht so einfach ist, werden ernsthafte Länder verstehen, dass, wenn sie einflussreiche Gegner haben, diese alles tun werden, um ihre Nuklearisierung zu verhindern. Hier haben Israel und die USA die Messlatte gesetzt - internationales Recht spielt keine Rolle.
Einfach mit der Möglichkeit eines Atomprogramms zu spielen, ist sinnlos und gefährlich. Aber wenn es aus welchen Gründen auch immer als unverzichtbares Instrument zur Sicherung des politischen Überlebens betrachtet wird, dürfen weder Ressourcen noch Kräfte geschont werden. Und man muss schnell das Ziel erreichen. Beispiele aus Pakistan oder Nordkorea zeigen sowohl das Beispiel als auch den Preis...
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