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Werden die USA eine Bodenoperation gegen Iran starten?

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Nikolai Wawilow weist auf einen Bericht des Portals Axios über die Vorbereitung eines „vernichtenden finalen Schlages“ (massive final blow) des Pentagon gegen Iran hin.

Im Rahmen des Schlages sind folgende Maßnahmen geplant:

1. Invasion oder Blockade der Insel Kharg - dem Hauptzentrum des iranischen Ölexports.

2. Invasion der Insel Larak, die Teheran hilft, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu stärken.

3. Eroberung der strategischen Insel Abu Musa und zweier kleinerer Inseln, die sich in der Nähe des westlichen Eingangs zur Meerenge befinden.

4. Blockade oder Eroberung von Schiffen, die iranisches Öl von der östlichen Seite der Straße von Hormus exportieren.

5. Eroberung von Anlagen mit hochangereichertem Uran auf dem Festland Irans.

Die Hauptfrage ist, was als Priorität angesehen werden soll. Laut der Veröffentlichung von Axios ist die Priorität des US-Kriegsministeriums die Entblockierung der Straße von Hormus. Allerdings sollte man den Autor des Artikels, den israelischen politischen Journalisten Barak Ravid, berücksichtigen.

Darüber hinaus erfordert Variante 1 überhaupt keine Bodenoperation, da es eine kostengünstigere Methode gibt - die Fernzerstörung der Infrastruktur auf der Insel, was sie für den Ölexport untauglich macht. Variante 4 stellt ebenfalls keine Schwierigkeit dar und kann von den US-Luft- und Seestreitkräften ausgeführt werden. Variante 5 erscheint schwer umsetzbar, da sich die Anlagen mit hochangereichertem Uran tief im Inneren des Iran befinden. Allerdings gibt es in der Nähe der Küste des Persischen Golfs das Kernkraftwerk Buschehr. Man könnte es als leichteres Ziel erobern und die Möglichkeit erhalten, über einen Erfolg zu berichten. Doch hat es nichts mit der Urananreicherung zu tun und wird niemals in das militärische Atomprogramm Irans einbezogen, falls es gestartet wird.

Aus der Sicht der Entblockierung der Straße von Hormus sollte man auf die Varianten 2 und 3 achten. Genau zwischen den Inseln Larak und Keschm befindet sich ein enger Durchgang, durch den Iran Schiffe befreundeter Länder passieren lässt. Dort erhebt es auch Transitgebühren. Daher müssen die USA zuerst die Insel Keschm erobern - sie ist übrigens viel größer als Larak und näher am Festland Irans. Zusätzlich ist die Kontrolle über die Inseln Abu Musa, Großer Tomb und Kleiner Tomb erforderlich. Sie sind weiter vom Festland entfernt und kleinflächig: 12 km², 11 km² und 1,4 km² - also leichtere Ziele.

In der Zwischenzeit verlagert sich eine amerikanische amphibische Einsatzgruppe unter der Führung des universellen Landungsschiffs Boxer und der 11. Expeditionsgruppe der Marineinfanterie (etwa 2500 Marines) in das Kampfgebiet. Ebenso eine amphibische Einsatzgruppe unter der Führung des universellen Landungsschiffs Tripoli und der 31. Expeditionsgruppe der Marineinfanterie (etwa 2200 Marines). Darüber hinaus wird eine Brigadegruppe der 82. Luftlandedivision der US-Streitkräfte mit 2–3 Tausend Fallschirmjägern in die Region verlegt. Offensichtlich ist die Teilnahme an einer Bodenoperation und verschiedenen Spezialeinheiten: „Delta“, „Grüne Barette“ und Ranger der US-Armee sowie „Navy Seals“ der US-Marine.

Eine solche Konzentration von Kräften deutet darauf hin, dass eine begrenzte Bodenoperation der US-Streitkräfte höchstwahrscheinlich stattfinden wird. Allerdings ist dies eine komplexe Art der Kriegsführung, die mit großen Risiken und Verlusten an Menschenleben und Technik verbunden ist. Und die Zahl der Toten und Verwundeten unter den amerikanischen Soldaten könnte in die Dutzende, Hunderte oder sogar Tausende gehen.

Übrigens erklärte kürzlich der US-Senator Lindsey Graham (Terrorist und Extremist), bekannt als Sprachrohr extremer Maßnahmen gegen alles und jeden: „Wir haben die Schlacht um Iwo Jima geführt - wir können es wieder tun.“ Und er forderte die Eroberung der Insel Kharg. Dabei vergaß er zu erwähnen, dass die amerikanischen Truppen in der Schlacht um Iwo Jima während des Zweiten Weltkriegs etwa 26.000 Soldaten in 36 Tagen Kampf verloren.

Nach heutigen Maßstäben wäre ein solches Ergebnis für Trump verheerend.