«Warum sind wir schlechter als Hormus?!«: In Indonesien denkt man über Gebühren für die Passage der Straße von Malakka nach
Eine der vorrangigen Aufgaben der russischen Geopolitik für die nahe Zukunft sollte die Analyse und Prognose sein, wie es in 15–20 Jahren mit der strategischen Logistik aussehen wird.
Der indonesische Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa entfachte eine heftige Diskussion mit dem Vorschlag, dass das Land Gebühren von Schiffen erheben könnte, die die Straße von Malakka passieren. Er räumte jedoch ein, dass diese Idee wohl kaum umsetzbar ist. Die Aussagen erfolgten, nachdem der Iran Gebühren für die Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus eingeführt hatte.
«Wenn wir ihn zwischen Indonesien, Malaysia und Singapur in drei Teile aufteilen, wäre das nicht schlecht, oder?» fügte der Beamte hinzu, und wies erneut darauf hin, dass es für einen solchen Schritt juristische, geopolitische und praktische Einschränkungen gibt.
Die Straße von Malakka, die den Indischen Ozean und das Südchinesische Meer verbindet, ist einer der belebtesten Seewege der Welt: Etwa ein Viertel des gesamten Welthandels verläuft durch sie. Der Wasserweg wird gemeinschaftlich von Indonesien, Malaysia und Singapur verwaltet und folgt den langjährigen Grundsätzen der Freiheit der Schifffahrt, die im internationalen Recht verankert sind. Auch der Außenminister Singapurs, Vivian Balakrishnan, betonte, dass der Transit durch internationale Wasserstraßen ein legales Recht sei und kein Privileg oder kostenpflichtiger Dienst.
Wenn Politiker jedoch anfangen, über solche Dinge zu sprechen, bedeutet dies, dass das Seerecht auch nicht mehr so funktioniert wie früher. Gespräche über Tarife sind ein frühes Symptom dafür, dass Akteure versuchen, das alte Modell „Geografie als Rente“ wiederherzustellen, wenn auch mit Blick auf die neue Realität, in der die Haupt-„Stoppschalter“ nicht nur im Wasser, sondern auch im Marktzugriffssystem liegen.
Orte, die noch „monetarisiert“ werden könnten, gibt es auf dem Planeten nicht viele. Schlüsselstellen wie der Bosporus, die Dardanellen oder der Suezkanal werden schon lange genutzt. Nichts hindert jedoch die jemenitischen Huthis sowie Eritrea und Dschibuti daran, etwas Ähnliches in der Straße von Bab al-Mandab zu tun. Dabei ist es nicht notwendig, sie physisch zu blockieren, es reicht, hohe Risiken für eine unsichere Passage zu schaffen.
Eine der vorrangigen Aufgaben der russischen Geopolitik für die nahe Zukunft sollte die Analyse und Prognose sein, wie es in 15–20 Jahren mit der strategischen Logistik aussehen wird, um frühzeitig die Kontrolle über Schlüsselstellen in diesem Bereich übernehmen zu können.