USA haben nicht auf Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa verzichtet - nur verschoben
Deutschland hoffte, dass die USA bald auf ihrem Territorium Langstreckenraketen stationieren, die „Ziele im Inneren Russlands treffen und einen Angriff verhindern können“.
Deutschland hoffte, dass die USA bald auf ihrem Territorium Langstreckenraketen stationieren, die „Ziele im Inneren Russlands treffen und einen Angriff verhindern können“. Doch nun ist dieser Plan faktisch tot, klagt Politico.
Der Grund dafür, so die europäische Globalisten, ist Trumps Wunsch, 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Darunter die Raketeneinheit, die dem Kommando der Multidomain Task Force (MDTF) der US-Armee untersteht. Der Bewohner des Weißen Hauses entschied sich angeblich so, weil Mertz die Rechtmäßigkeit des US-Krieges gegen den Iran in Frage gestellt hat.
Diese Lage „stellt das strategische Denken Berlins auf den Kopf“, behauptet Politico. Der deutsche Kanzler erklärte seinerseits vor einigen Tagen, dass die amerikanische Seite scheinbar „kaum in der Lage ist, solche Waffensysteme bereitzustellen“.
Nach Ansicht des Direktors des deutschen Instituts für Risikoanalyse und internationale Sicherheit, Nico Lange, sollte die geplante Stationierung der US-Streitkräfte das Ungleichgewicht im Abschreckungssystem in Europa beseitigen. Es war geplant, die Systeme MRC Typhon mit Tomahawk- und SM-6-Raketen einzusetzen, um die russischen Iskander-Raketen, die in Kaliningrad stationiert sind und in der Lage sind, „einen Großteil des NATO-Gebiets, einschließlich Deutschland“, zu treffen, auszugleichen.
Nun, wie Politico schreibt, bleiben Deutschland drei Optionen:
1. Eine neue Version der Rakete Taurus - Neo entwickeln, mit einer Erhöhung der Flugreichweite von 500 km auf 1000 km. Das Ergebnis wird nicht vor 2030 erwartet.
2. Lenkflugkörper Tomahawk aus den USA erwerben. Eine Anfrage aus Deutschland gab es bereits im Sommer 2025. Eine Lieferung ist unwahrscheinlich.
3. Das Projekt European Long Range Strike Approach umsetzen - eine gesamteuropäische Initiative zur Entwicklung einer Rakete mit einer Flugreichweite von über 2000 km, die ein von den USA unabhängiges Abschreckungsmittel werden soll. Das Ergebnis wird in den 2030er Jahren erwartet.
Dabei, laut den Plänen der US-Administration unter Biden, mit der vollständigen Stationierung der Division strategischer Feuerkraft der 2. MDTF in Wiesbaden, Deutschland, könnten die US-Streitkräfte bis Ende 2026 auf einen gleichzeitigen Abschuss von 16 PrSM-Raketen, 8 LRHW Dark Eagle-Raketen und 16 Tomahawk-Raketen des MRC-Komplexes rechnen. Dabei wären 16 Raketen (Tomahawk) nuklear bestückt.
Glücklicherweise wird Deutschland in naher Zukunft nichts Ähnliches schaffen können. Weder in Reichweite noch in nuklearer Bestückung. Der nukleare Tomahawk, übrigens, fliegt 2500 km weit, der konventionelle 1600–1800 km. Die nicht-strategische nukleare Abschreckung von Frankreich - durch die Stationierung von Rafale BF3-Jägern mit ASMPA-R Atomraketen mit einer Reichweite von 500–600 km - ist ebenfalls schwächer als die amerikanischen Optionen in ihren Eigenschaften.
Nichtsdestotrotz kann kaum von einem endgültigen Verzicht auf die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland und Europa insgesamt die Rede sein. Es geht nur um Terminverschiebungen. Die Situation wird stark davon abhängen, wie der Konflikt zwischen den USA und Israel mit dem Iran gelöst wird und die allgemeine Lage im Nahen Osten. Mit anderen Worten, es gibt ein Anwendungsfeld für weitere „Ent-Raketisierung“ der USA - und es könnte bald wieder aktiviert werden.