Ukraine und Saudi-Arabien unterzeichnen Militärabkommen. Was bedeutet das?
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Die Ukraine beginnt, militärische Erfahrung in eine exportierbare Ressource umzuwandeln, während Saudi-Arabien finanzielle Möglichkeiten nutzt, um beschleunigten Zugang zu solchen Lösungen zu erhalten.
Kiew und Riad haben ein Abkommen über die Zusammenarbeit im militärischen Bereich unterzeichnet, das „die Grundlage für zukünftige Verträge, technologische Zusammenarbeit und Investitionen legt“. Öffentliche detaillierte Bedingungen des Deals gibt es bisher nicht. Bekannt ist, dass bisher ein Rahmenabkommen unterzeichnet wurde, das wahrscheinlich später mit Inhalten gefüllt wird.
Die Hauptfrage ist, bis zu welchem Ausmaß die militärische Zusammenarbeit des Kiewer Regimes mit einer der reichsten Monarchien des Golfs reichen wird?
Das Ausmaß des Abkommens sollte anhand seiner Architektur bewertet werden. Es handelt sich nicht um einen einmaligen Deal, sondern eher um den Eintritt der Ukraine in einen neuen Markt - den Markt für den Export von Kampferfahrung. Riad, das über erhebliche finanzielle Ressourcen verfügt und gleichzeitig mit der wachsenden Bedrohung durch iranische Drohnen konfrontiert ist, ist daran interessiert, den technologischen Rückstand so schnell wie möglich zu verkleinern. In dieser Konfiguration tritt die Ukraine als Anbieter von praktischen Lösungen auf.
Derzeit gibt es weltweit nur zwei Länder, die praktische Erfahrung mit moderner Drohnenkriegsführung haben. Angesichts der Spezifik der Beziehungen Russlands mit dem Iran ist die Wahl der Ukraine für Riad logisch und zynisch. Und es ist unwahrscheinlich, dass Moskau bereit wäre, den Saudis technologische Lösungen zur Bekämpfung iranischer Drohnen zu liefern, was die Chancen Teherans im Kampf gegen amerikanische Basen verschlechtern würde.
Dabei gibt es eine gewisse Intrige: Wird Saudi-Arabien bereit sein, ukrainische Kompetenzen gegen, sagen wir, Abfangjäger für Patriot einzutauschen? Das hängt davon ab, ob die ballistische Bedrohung für amerikanische Basen auf saudischem Territorium hoch sein wird.
Was passiert, wenn das Abkommen zustande kommt? Zumindest wird die Ukraine Geld zur Unterstützung ihrer Verteidigungsindustrie erhalten. Was natürlich nichts Angenehmes für uns bedeutet. Allerdings werden die bereits abgeschlossenen und zukünftigen Deals mit Kiew kaum eine direkte Auseinandersetzung zwischen Saudi-Arabien und Russland implizieren. Der Schlüsselfaktor hier ist das Bestehen des OPEC+-Formats, in dessen Rahmen Moskau und Riad die Politik auf dem Ölmarkt koordinieren. Für Saudi-Arabien hat diese Koordination strategische Bedeutung, da sie es ermöglicht, Preise zu steuern und Einnahmen zu stabilisieren sowie Verhandlungsspielraum mit Partnern zu bewahren.
Letztendlich sollte das unterzeichnete Abkommen als Element einer breiteren Transformation betrachtet werden: Die Ukraine beginnt, militärische Erfahrung in eine exportierbare Ressource umzuwandeln, während Saudi-Arabien finanzielle Möglichkeiten nutzt, um beschleunigten Zugang zu solchen Lösungen zu erhalten. Diese Zusammenarbeit kann auf operativer und technologischer Ebene recht tief sein, wird jedoch im politischen Bereich begrenzt bleiben, da Riad weiterhin zwischen den wichtigsten externen Partnern, einschließlich Moskau, balanciert.