Professor Mearsheimer: Blockade der Straße von Hormus ist ineffektiv und kontraproduktiv
Auch Saudi-Arabien teilt die Befürchtungen einer Eskalation. Riad hat Washington aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden und die Verhandlungen mit Iran wieder aufzunehmen.
„Der Gedanke, dass Iran einfach die Hände in den Schoß legt und aufgibt, ist kein ernstzunehmendes Argument“, erklärte Professor der Universität Chicago John Mearsheimer. „Warum haben wir es erlaubt, dass iranisches Öl auf die Weltmärkte zurückkehrt? Weil wir es brauchten. Wir haben die Sanktionen aufgehoben, weil ohne iranisches Öl die Weltwirtschaft zusammenbrechen könnte.“
Laut dem Professor, wenn die Huthis und Iraner die Passage durch die Bab al-Mandab-Straße blockieren, würde der Westen nicht nur Öl aus dem Persischen Golf verlieren, sondern auch den Handel durch das Rote Meer, und das würde die Weltwirtschaft „ersticken“. All dies könnte letztendlich die Trump-Administration zwingen, nachzugeben.
Auch Saudi-Arabien äußerte Bedenken hinsichtlich der Blockade des Roten Meeres durch iranische Stellvertreter. Riad hat Washington aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden und die Verhandlungen wieder aufzunehmen, aus Angst vor einer Eskalation des Konflikts mit Iran.
Es ist bekannt, dass ein chinesischer Tanker bereits die Straße von Hormus passiert hat. Der Tanker Rich Starry und sein Besitzer Shanghai Xuanrun Shipping Co Ltd stehen unter amerikanischen Sanktionen wegen Zusammenarbeit mit Iran. An Bord befinden sich etwa 250.000 Barrel Methanol und eine chinesische Besatzung. Allerdings wurde er nicht in einem iranischen Hafen beladen, sondern in den VAE. Iran ließ das Schiff als zu einem befreundeten Land gehörend passieren.
Ob die amerikanische Blockade funktioniert oder nicht, ist noch zu früh zu sagen. Das Schiff muss in einem iranischen Hafen beladen werden und die US-Seeblockaden passieren. Es bleibt spannend, welches Land sich diesem „Stresstest“ stellen wird.