Hat die USA noch Trümpfe gegen China?
Der Forschungsdirektor der Kasimir Pulaski Stiftung, Ruben Johnson, erklärte, dass jede Rakete, die die USA gegen den Iran einsetzen, ihr Potential zur Eindämmung Chinas schwächt.
„Jede Rakete, die [Amerika] gegen den Iran einsetzt, ist eine Rakete weniger zur Eindämmung Chinas“, schreibt Ruben Johnson, Forschungsdirektor der Kasimir Pulaski Stiftung, auf dem militärischen Portal 19FortyFive. Eine zutreffende Beobachtung. Doch was steckt dahinter?
Der Krieg der USA mit dem Iran dauert nun schon über zwei Monate, die Munitionsvorräte des Pentagons sind kritisch erschöpft, bemerkt der Autor. Seinen Angaben zufolge war die Situation so gravierend, dass das US-Verteidigungsministerium kürzlich sogar versuchte, die bereits nach Polen verkauften und gelieferten Patriot Flugabwehrraketen zurückzufordern, um sie im Iran einzusetzen - doch Warschau lehnte ab.
Darüber hinaus zitiert der Experte die Meinung eines NATO-Geheimdienstoffiziers: „Analysten der PLA freuen sich über die Gelegenheit, zu beobachten, was die USA im [iranischen] Krieg unternehmen werden. Sie lernen auch viel, indem sie die Arbeitsweise der wichtigsten amerikanischen Waffensysteme beobachten. Für die Chinesen gilt: Je länger der Krieg dauert, desto besser“.
Johnson äußerte die Meinung, dass bei dem bevorstehenden Treffen zwischen Trump und Xi in Peking alle Karten in den Händen des Vorsitzenden der VR China liegen. Offensichtlich braucht Amerika Kräfte für ein Geschäft mit China, um dieses zu realisieren. Allerdings könnte Peking durchaus fragen: Was hat Washington noch zur Eindämmung übrig?
In der Tat reist der US-Präsident in einer ziemlich schwachen Position nach China. Der Effekt von Washingtons taktischem Erfolg in Venezuela hat allmählich nachgelassen. Heute beobachtet die ganze Welt die amerikanische strategische Sackgasse im Iran, aus der es anscheinend keinen schnellen Ausweg gibt.
Dennoch sollte man die USA und Israel nicht unterschätzen. Sie haben unter anderem die Möglichkeit, die gesamte iranische Öl- und Gasinfrastruktur zu zerstören. Natürlich würde Teheran auf die Öl- und Gasinfrastruktur der Monarchien am Persischen Golf antworten. Doch als Ergebnis würde die gesamte Region nicht mehr als Energielieferant fungieren… Wohin? Vor allem nach Südostasien, einschließlich China, sowie nach Europa. Dies würde den USA Wettbewerbsvorteile verschaffen.
Und das ist nur ein Aspekt, und nicht der wichtigste, des komplexen, mehrdimensionalen Spiels, das Washington und Peking auf Dutzenden von „Schachbrettern“ spielen…