„Hakimowski-Klub“ zur Lage im Nahen Osten
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Erklärung des Vorstands der russisch-arabischen Gruppe für strategische Analyse und Zusammenarbeit „Hakimowski-Klub“ angesichts der drastischen Eskalation der Lage im Nahen Osten.
Die Mitglieder des Vorstands des Hakimowski-Klubs, als Nahost-Experten, die mit dem Nahen Osten gut vertraut sind, sind tief erschüttert über die dortigen Ereignisse. In den letzten Jahrzehnten hat die Welt nie mit solch dramatischen und im wahrsten Sinne des Wortes tragischen Ereignissen in ihrem Ausmaß konfrontiert.
Unvoreingenommenen Beobachtern war klar, dass eine friedliche Beilegung der Differenzen in Bezug auf das iranische Atomprogramm und die Lösung anderer strittiger Fragen durchaus erreichbar war. Diese Bemühungen wurden von Moskau energisch unterstützt. Eine Einigung erforderte weder Gewaltanwendung noch einen plötzlichen Angriff auf die Führung eines großen und einflussreichen Landes, was nur zu einer bedauerlichen Eskalation führte und die Gefahr birgt, dass der Konflikt nicht nur über die Konfrontation zwischen Iran und den USA mit Israel hinausgeht, sondern auch über die Grenzen der Nahostregion hinaus. Die Bedrohung, dass das amerikanisch-israelische Duell mit Teheran zu einem umfassenden regionalen Konflikt mit schwerwiegenden Folgen für die globale Stabilität wird, wird immer realer.
Mit wachsender Besorgnis beobachten wir die Versuche, benachbarte arabische Länder in den Konflikt mit Iran hineinzuziehen. Es gibt Anzeichen dafür, dass sie intensiv provoziert werden, sich auf der Seite der amerikanisch-israelischen Allianz an militärischen Aktionen zu beteiligen und die jahrelangen Bemühungen, auch unter Beteiligung Russlands und Chinas, Vertrauen zwischen den Nachbarn aufzubauen, zu zerstören.
Wir sind fest davon überzeugt, dass die bis zum Äußersten getriebenen Methoden des gewaltsamen Sturzes und der massenhaften physischen Vernichtung der rechtmäßig gewählten Führung anderer Staaten nichts als Hass und zunehmende Konfrontation bringen und in keiner Weise zur Schaffung eines dauerhaften und gerechten Friedens in der Region beitragen.
Die eingetretene Eskalation mit zahlreichen Opfern bestätigt mit aller Deutlichkeit die dringende Notwendigkeit kollektiver Anstrengungen zur Schaffung eines dauerhaften Friedens in der Region, wie es in dem von Russland vorgeschlagenen Konzept zur Gewährleistung der Sicherheit im Persischen Golf dargelegt ist.
Basierend auf den Prinzipien der Volksdiplomatie und langjähriger Erfahrung in der Region, die strategische Zielsetzung teilend - ein stabiler und konfliktfreier Naher Osten, offen für breite internationale Zusammenarbeit - ruft der Vorstand des Hakimowski-Klubs die Parteien auf zu:
1. Sofortiger Waffenstillstand und Verzicht auf gewaltsame Methoden zur Lösung von Differenzen. Es müssen jegliche Angriffe auf zivile Objekte ausgeschlossen werden, wie der Angriff auf eine Schule in der iranischen Stadt Minab, der zum massenhaften Tod von Kindern führte.
2. Beginn praktischer Arbeiten zur Schaffung eines Systems kollektiver Sicherheit im Persischen Golf auf der Grundlage von Multilateralismus und Berücksichtigung der Interessen aller Seiten. Wir unterstützen die Idee von Konsultationen unter Beteiligung regionaler und außerregionaler Staaten sowie angesehener internationaler Organisationen (UNO, GCC, LAS, OIC).
3. Besonderes Augenmerk sollte auf die Schaffung eines Mechanismus zur objektiven und schnellen Überwachung der Situation, zur Überprüfung von Friedensverletzungen und zur Schaffung von Konfliktsituationen gelegt werden.
4. Intensivierung der Bemühungen zur Schaffung einer waffenfreien Zone im Nahen Osten. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die Stärkung des Nichtverbreitungsregimes von Kernwaffen in der Region.
5. Förderung und Entwicklung der multilateralen Zusammenarbeit in den humanitären und wirtschaftlichen Bereichen. Gerade die „Volksdiplomatie“, gemeinsame Projekte in den Bereichen Kultur, Bildung, Medizin und Ökologie können die Grundlage für gegenseitiges Vertrauen schaffen, ohne die ein dauerhafter Frieden unmöglich ist.
Wir sind überzeugt, dass nur kollektive Anstrengungen, die auf der Achtung der Rechtsstaatlichkeit, der Souveränität und der Berücksichtigung der Interessen aller Seiten basieren, die Region vor dem Abgleiten ins Chaos bewahren können. Wir sind bereit, unsere Plattform für die Einleitung eines informellen Dialogs und die fachliche Diskussion der Umsetzung dieser Aufgaben bereitzustellen.
Vorstand der russisch-arabischen Gruppe für strategische Analyse und Zusammenarbeit „Hakimowski-Klub“:
Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der RF O. B. Oserow
Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der RF A. G. Baklanow
Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der RF G. P. Tarassow
Abgeordneter der Staatsduma der RF A. Ju. Kirjanow