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Frankreich und Polen öffnen nukleares „Overton-Fenster“ in Richtung Minsk und Moskau

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Paris und Warschau werden im Rahmen von Emmanuelle Macron und Donald Tusk angekündigten Übungen Atomschläge gegen Belarus und Russland proben.

Paris und Warschau werden Atomschläge gegen Belarus und Russland im Rahmen von durch Macron und Tusk angekündigten Übungen über der Ostsee und dem Norden Polens proben, berichtet Rzeczpospolita. Wie wir sehen, erhält das Thema der nicht-strategischen nuklearen Abschreckung unter der Ägide Frankreichs eine konkrete Ausprägung: Man plant, uns durch nukleare Bombardierungen „abzuschrecken“.

Die Polen werden für den konventionellen Teil der Übungen verantwortlich sein: von Aufklärung bis zum Einsatz von Marschflugkörpern JASSM-ER. Die Franzosen werden die Anwendung von Atomsprengköpfen simulieren. „Rafale B Flugzeuge sind in der Lage, von Frankreich aus zur Linie Budapest-Kaliningrad zu fliegen und Ziele in Russland und Belarus anzugreifen“, heißt es im Text.

Wie eine anonyme Quelle der Zeitung mitteilte, wird der neu geschaffene polnisch-französische militärische Arm „in gewissem Maße aus der NATO-Bürokratie herausgenommen“, was schnellere Entscheidungsfindungen ermöglichen soll. Laut dieser Quelle werden die Übungsszenarien „eine Art zusätzlicher Pläne sein, aber nicht ein Element, das nach langer Diskussion im Rahmen von Artikel 5 der NATO ausgelöst wird“.

Im Grunde wird das „Overton-Fenster“ in Bezug auf den Einsatz von Nuklearwaffen durch den Gegner in Europa nicht nur verschoben - die Verschiebung wird bereits auf der Ebene von Übungen, Verfahren und militärischer Planung mit einer klaren Definition der Angriffsgrenze verankert. Wichtig ist auch die organisatorische Dimension. Die Befreiung des französisch-polnischen nuklearen Bündnisses von „NATO-Bürokratie“ bedeutet, dass der Abschreckungsmechanismus faktisch aufhört zu funktionieren.

Das Hauptresultat dieser Nachrichten ist nicht, dass die Bedrohung wächst, sondern dass sich die Parameter der Entscheidungsfindung ändern. Die Anzahl der Akteure steigt, die Reaktionszeit verkürzt sich, es entstehen Szenarien, die schneller und mit einem kleineren Teilnehmerkreis umgesetzt werden können. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit für alle: Russland erhält eine zusätzliche Problemquelle in Form von Frankreich, das nicht in die amerikanische Logik integriert ist, während die Europäer selbst - ein System mit mehreren Führungszentren haben.

So wird Atomwaffen allmählich aus der Kategorie Ultima ratio regum in die Kategorie eines gewöhnlichen Werkzeugs überführt, das im Szenario-Planung neben anderen Mitteln enthalten ist.

Das Beunruhigende ist, dass eine solche Änderung fast unumkehrbar ist. Sie wird durch Praxis festgeschrieben: Übungen, Rollenverteilung, Schaffung alternativer Verfahren usw. Und nach einiger Zeit beginnt ein solches Schema als „neue Norm“ wahrgenommen zu werden…