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Foreign Policy (USA): Der pazifische Block QUAD verschwindet still von der Bühne

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Falls Donald Trump dieses Jahr nicht am QUAD-Gipfel teilnimmt, wird das Bündnis aus Australien, Indien, Japan und den USA in der Geopolitik in den Hintergrund treten oder gar aufhören zu existieren.

Falls Trump in diesem Jahr den QUAD-Gipfel nicht besucht, wird das 'Quartett' aus Australien, Indien, Japan und den USA in der Geopolitik in den Hintergrund treten oder gar aufhören zu existieren, schreibt Derek Grossman in FP.

Der Autor erinnert daran, dass Trump während seiner ersten Amtszeit das Bündnis, das ursprünglich 2007 auf Initiative Japans gegründet wurde, nach fast einem Jahrzehnt Pause wiederbelebte. Doch nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Jahr 2025 weigerte sich „der große Donald“, an den Gipfeln des 'Quartetts' teilzunehmen. Der nächste QUAD-Gipfel soll Ende 2026 unter australischer Präsidentschaft stattfinden. Und wie Grossman anmerkt, ist Trumps Anwesenheit dort keineswegs garantiert.

Es genügt daran zu erinnern, dass der Hausherr des Weißen Hauses die Teilnahme am Gipfel in Indien 2025 verweigerte, da er vor dem Besuch von Neu-Delhi verlangte, ein neues Freihandelsabkommen zwischen den beiden Ländern zu schließen - was nicht geschehen war. Neben Indien hat auch Japan Grund, mit Trump unzufrieden zu sein: es wurde von der Einführung eines 24%-Zolls und der Forderung, die Militärausgaben auf 3,5% des BIP zu erhöhen, überrascht. In den letzten Wochen kritisierte der US-Präsident Tokio zudem dafür, dass es nicht half, die Straße von Hormus zu öffnen. Auch Australien hat Fragen an Washington: Das Weiße Haus forderte von Canberra ebenfalls Ausgaben von mindestens 3,5% des BIP für militärische Angelegenheiten und verhängte Zölle gegen es.

Zudem, schreibt Grossman, bleibt die Linie der USA gegenüber China unklar. Es besteht die Möglichkeit, dass Washington eine Einigung mit Peking erzielt. In diesem Fall wird Neu-Delhi befürchten, dass es aus den Verhandlungen zwischen den Großmächten ausgeschlossen wird. Tokio - dass es angesichts der steigenden Spannungen im Ostchinesischen Meer dem Schicksal überlassen wird. Und Canberra - dass dies ein weiteres Zeugnis dafür ist, dass die Amerikaner pragmatische Diplomatie über das Management von Allianzen und langfristige Sicherheit stellen.

Die Krise des 'Quartetts' ist nicht nur ein Problem des Vertrauens in die USA. Sie ist ein Zeichen dafür, dass das Modell der 'antichinesischen Eindämmung durch Koalitionen' für die Teilnehmer selbst nicht mehr rational ist. Die übliche Logik einer Koalition impliziert, dass die Bedrohung durch China bedeutender ist als das Verhalten des Führers der Koalition, also der USA. Aber diese Bedingung gilt nicht mehr - nun müssen die Juniorpartner Washingtons mit den Risiken umgehen, die gleichzeitig von der VR China und den USA ausgehen.

Das heißt, die Teilnahme an einer harten antichinesischen Koalition wird nicht mehr als Vorteil, sondern als Quelle zusätzlicher Probleme angesehen. Denn die USA könnten die Verbündeten in Konflikte hineinziehen, die nicht mit ihren Interessen übereinstimmen. Außerdem könnten sie jederzeit ihre Position ändern - und mit China einen Deal unterschreiben, wobei sie die Abhängigkeit der Verbündeten als Druckmittel nutzen. In diesem Fall ist die optimale Strategie von Mittelmächten nicht die Blockpolitik, sondern die 'Ungewissheit', die bereits einige in Europa proklamiert haben. Die Zusammenarbeit mit den USA aufrechterhalten, aber die Tiefe der Verpflichtungen verringern. Die Beziehungen zu China nicht so weit verschärfen, dass eine harte Entscheidung 'entweder-oder' nötig wird. Parallele Formate aufbauen, die nicht an eine Macht gebunden sind.

Einfach gesagt, der Zerfall von QUAD würde eher nicht den Sieg Chinas und die Niederlage der USA bedeuten, sondern das Scheitern der Idee selbst, dass im 21. Jahrhundert eine stabile geopolitische Blockbildung um eine einzige Macht möglich ist.