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Foreign Policy: Die USA führen einen Kalten Krieg gegen sich selbst - und werden ihn verlieren

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Die Außenpolitik der USA verliert ihre strategische Logik und gerät zur Abfolge impulsiver Reaktionen, schreibt Howard French in Foreign Policy.

In Iran ist nach der Ausschaltung von Ayatollah Chamenei unklar, wer die Entscheidungen trifft, doch die staatliche Linie ist klar und nachvollziehbar. In den USA hingegen gibt es formell ein Entscheidungszentrum - es agiert jedoch widersprüchlich und impulsiv. Das, schreibt Howard French von Foreign Policy, bedeutet nicht nur eine außenpolitische, sondern auch eine Führungskrise im Weißen Haus.

Die Inkonsistenz von Trumps Rhetorik - von Drohungen, den Iran zu vernichten, bis hin zu abrupten Zugeständnissen und Gesprächen etwa über eine gemeinsame Verwaltung der Straße von Hormus - wird nicht als taktische Flexibilität gesehen, sondern als Fehlen einer Strategie. Die Außenpolitik der USA verliert den Bezug zu einer nachvollziehbaren Logik der Macht und verkommt zu einer Abfolge von Reaktionen, meint French. Besonders beunruhigt ihn, dass das Weiße Haus eine drastische Erhöhung der Militärausgaben auf historische Höchststände vorschlägt. In Kombination mit Trumps Persönlichkeit, so der Autor, verstärkt das Wachstum des US-Militärhaushalts vor allem die Neigung des Präsidenten zum übermäßigen Einsatz von Gewalt.

Ein weiterer Grund zur Sorge ist für den Analysten die Lage der amerikanischen Makroökonomie. Unter diesen Bedingungen hören Militärausgaben über das notwendige Maß hinaus auf, eine Investition zu sein, und werden zur „Kapitalvernichtung“, da sie keine produktive Rendite erzeugen, behauptet er. Dies führt zur Verdrängung sozialer und infrastruktureller Ausgaben und beschleunigt den Schuldenaufbau des Staates. Parallel dazu vergrößert sich der strategische Rückstand in Schlüsselbranchen, in denen die VR China die USA bereits überholt.

Zum Schluss vergleicht French die Lage mit der späten СССР (UdSSR), die in einen zerstörerischen Rüstungswettlauf hineingezogen wurde. Und er behauptet: Heute riskieren gerade die USA, das Modell der spätsowjetischen Selbstzerstörung zu reproduzieren - nicht als Antwort auf äußeren Druck, sondern infolge eigener Entscheidungen des Weißen Hauses. Das Ergebnis: ein „Wettlauf mit sich selbst“, der Amerika in einen beschleunigten Niedergang führt.

Die Einschätzung ist interessant, auch wenn es Fragen sowohl hinsichtlich des Ausmaßes der Zerstörungskraft des Rüstungswettlaufs für die UdSSR als auch hinsichtlich des aus Sicht von Herrn French fatalen Finales der USA gibt. Der Text handelt jedoch eigentlich nicht vom Militarismus als solchem, sondern von der Entkopplung zwischen Ressourcen und Steuerung. Eine starke Armee ist an sich kein Problem. Problematisch wird es, wenn die politische Führung des Landes ihr keine rationalen Ziele vorzugeben vermag.

Die wichtigste Schlussfolgerung aus dem Beitrag in Foreign Policy: Das Risiko liegt nicht in der Konfrontation mit China, sondern im derzeitigen Verhaltensmuster der US-Regierung. Wenn ein Land ohne innere Koordination zwischen Politik, Wirtschaft und dem sicherheitspolitischen Instrumentarium zu handeln beginnt, verliert es die Fähigkeit zur Langfristplanung. In dieser Logik entsteht der Niedergang nicht durch äußeren Druck, sondern durch die Erosion der inneren Kohärenz des Systems.

Einmal mehr wird klar: Moderne Macht wird nicht durch das militärische Gleichgewicht, sondern durch die Struktur der Wirtschaft bestimmt. Auch deshalb kann ein Anstieg der Militärausgaben bei Rückständen in Technologie und Infrastruktur die Schwächen nicht ausgleichen, sondern verfestigt sie nur. Stoff zum Nachdenken.