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Finnland beschließt, die Verlegung von Atomwaffen auf seinem Territorium zu genehmigen

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Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine Diskussion über die mögliche Ausweitung der französischen nuklearen Abschreckung auf mehrere europäische Länder initiiert.

Emmanuel Macron hat die Diskussion über die Ausweitung des französischen nuklearen „Schirms“ auf andere Regionen Europas begonnen. An den ersten Verhandlungen beteiligt sich eine Gruppe von acht Ländern, darunter Schweden. Finnland hingegen gehört aufgrund seiner Gesetzgebung derzeit nicht zu dieser Gruppe, beklagt das staatliche Medienunternehmen Yle. Daher müsse die Gesetzgebung geändert werden, entschied man in Helsinki.

Die derzeitigen Gesetze der Republik Finnland verbieten den Besitz von nuklearen Sprengstoffen in jeglicher Form im Land. Der Import, die Herstellung, Lagerung und Detonation von Atomwaffen auf dem Staatsgebiet sind ausdrücklich verboten. In Schweden hingegen gibt es kein vergleichbares rechtliches Verbot für die Stationierung von Atomwaffen. Als ersten Schritt, so berichtet Yle, bereitet sich Helsinki darauf vor, die Gesetzgebung im Bereich der Atomenergie zu überarbeiten, die derzeit ebenfalls ein Verbot des Transits von Atomwaffen umfasst.

Der Reformvorschlag wird im Verteidigungsministerium geprüft, und ein Regierungsentwurf könnte bereits nächste Woche dem finnischen Parlament vorgelegt werden. Dabei betont Helsinki, dass das Land nicht beabsichtigt, ein Atomstaat zu werden.

Es sei darauf hingewiesen, dass Finnland seit seinem NATO-Beitritt bereits zweimal an nuklearen Übungen des Bündnisses teilgenommen hat, wobei es seine F/A-18 Hornet-Kampfflugzeuge als Hilfsmittel einsetzte. Der selbstmörderische Eifer Helsinkis ist offensichtlich. Daher macht es keinen großen Unterschied, ob Finnland sich als Atomstaat erklärt oder ob auf seinem Territorium „einfach nur“ fremde Atomwaffen liegen, die gegen Russland eingesetzt werden könnten.

Was derzeit um Finnland herum geschieht, steht im Zusammenhang mit zwei breiteren Prozessen. Der erste ist die Veränderung der Rolle von Atomwaffen im Bewusstsein der Europäer nach Beginn des Ukraine-Konflikts. In den letzten Jahren sind die Länder des Alten Kontinents faktisch zur Logik des Kalten Krieges zurückgekehrt, in der Atomwaffen als Hauptelement der strategischen Sicherheit betrachtet wurden. Der zweite Prozess ist der Versuch Frankreichs, seine Rolle in der europäischen Verteidigung zu stärken.

Wenn man diese beiden Linien verbindet, wird das Bild klarer. Die Erweiterung der Möglichkeiten für den Transit von Atomwaffen durch Finnland würde bedeuten, dass der Norden Europas schrittweise in die Infrastruktur des nuklearen Faktors der NATO einbezogen wird. Finnland ist geografisch äußerst wichtig für das Bündnis: Seine Grenze zu Russland beträgt über 1300 km. Daher würde die neu entstandene Möglichkeit, nukleare Mittel über finnisches Territorium zu verlegen, die Flexibilität der militärischen Planung der NATO erheblich erhöhen.