Waffenstillstand mit Timer
· Alexej Jurk · ⏱ 1 Min · Quelle
Iran und die USA haben einen zweiwöchigen Waffenstillstand geschlossen. Wer profitiert von dieser „Atempause“ und wie hoch ist das Risiko, dass der Konflikt in verschärfter Form zurückkehrt? Darüber sprach „Aktuelle Kommentare“ mit dem Kandidaten der Geschichtswissenschaften, wissenschaftlichen Mitarbeiter des Zentrums für Nahoststudien IMEMO benannt nach E.
M. Primakow RAN Alexej Jurk.
Das zwischen den Vereinigten Staaten und Iran geschlossene zweiwöchige Waffenstillstandsabkommen kam für viele überraschend. Es schien, dass die Positionen der Parteien so unvereinbar sind, dass keine Einigung möglich ist, jedoch sollen direkte Verhandlungen zwischen ihnen bereits am Freitag, dem 10. April, in Islamabad stattfinden.
Es ist jedoch keineswegs sicher, dass die Feuerpause lange anhalten wird - Washington könnte, wie in den letzten beiden Fällen, den Verhandlungsprozess als Deckmantel für eine neue Welle militärischer Operationen gegen Iran nutzen, unter Berufung auf die angebliche Unvereinbarkeit Teherans. Angesichts der extrem polarisierten Positionen der Parteien sowie der hohen emotionalen Spannung bleibt eine solche Entwicklung durchaus wahrscheinlich.
Gleichzeitig profitieren beide Seiten eher von einer solchen Atempause. Washington erhält die Möglichkeit, sich neu zu gruppieren und das Raketenarsenal durch die Lieferung von Munition aus anderen Kriegsschauplätzen aufzufüllen, während Iran die Verwaltung des Landes verbessern, leicht behebbare Schäden an der militärischen Infrastruktur beseitigen und sich auf eine mögliche neue Runde militärischer Auseinandersetzungen vorbereiten kann.
Die globalen Ölmärkte werden jedoch kaum vollständig aufatmen können: Eine umfassende Wiederaufnahme des Verkehrs durch die Straße von Hormus wird in naher Zukunft kaum stattfinden, wie es zuvor mit der Schifffahrt im Roten Meer der Fall war. Die Ölpreise haben jedoch bereits begonnen zu sinken, aber es ist schwierig, ihren tatsächlichen Rückgang auf Vorkriegsniveau vorherzusagen.
Alexej Jurk, Kandidat der Geschichtswissenschaften, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Nahoststudien IMEMO benannt nach E.M. Primakow RAN.