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Verhandlungen mit der Pistole an der Schläfe

· Maxim Minaew · ⏱ 3 Min · Quelle

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Im Dialog mit Iran über dessen Atomprogramm setzt die Administration von Donald Trump erneut auf die für sie bequeme Formel eines harten außenpolitischen Spiels. Sie führt Verhandlungen mit Teheran, indem sie diesem faktisch die 'Pistole an die Schläfe' setzt.

Die Machtpolitik im Stil der zweiten Hälfte des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts kommt auf Betreiben Washingtons wieder in Mode.

Einerseits haben die USA Anfang Februar unter Vermittlung Omans einen neuen Verhandlungsprozess mit Iran initiiert. Und die dritte Runde der Konsultationen in diesem Rahmen endete am 26. Februar in Genf. Wie selbstverständlich diskutieren der Sondergesandte der USA für den Nahen Osten, Steve Witkoff, und Jared Kushner mit dem iranischen Außenminister Abbas Arakchi und anderen Vertretern der islamischen Republik über Optionen für ein Atomabkommen. Die vierte Verhandlungsrunde soll in der Woche ab dem 2. März stattfinden.

Jedoch lässt die kategorische Haltung der amerikanischen Forderungen an die iranischen Behörden keinen Zweifel an der kriegerischen Stimmung des Trump-Kabinetts. Washington verlangt von Teheran praktisch die vollständige Einstellung seines eigenen Atomprogramms. Es soll seine drei wichtigsten Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan demontieren. Außerdem wird Iran vorgeschlagen, das gesamte angereicherte Uran in die USA zu schicken. Im Gegenzug bieten die USA im wahrsten Sinne des Wortes nur 'gute Wünsche' an - keine Aufhebung, sondern nur eine minimale Lockerung der Sanktionen.

Vor diesem Hintergrund wird die amerikanische Militärgruppe für einen möglichen Schlag gegen iranisches Territorium in beschleunigtem Tempo vorbereitet. So wurde am 24. Februar bekannt, dass die amerikanische Marinegruppe im Verantwortungsbereich des Zentralkommandos der US-Streitkräfte im Nahen Osten (CENTCOM) von 13 auf 19 Kriegsschiffe aufgestockt wurde. Ihr Kern besteht aus dem Atomflugzeugträger 'Abraham Lincoln' und sechs Lenkwaffenzerstörern. Eine ernsthafte Verstärkung steht bevor - eine Flugzeugträger-Kampfgruppe (AUG) unter der Führung des Flugzeugträgers 'Gerald R. Ford'. Am 26. Februar stellte der Kommandeur von CENTCOM, Admiral Brad Cooper, Trump Szenarien für eine Militäroperation gegen die islamische Republik vor.

Iran wird offen klargemacht - entweder es akzeptiert die amerikanischen Bedingungen in vollem Umfang, oder es wird eine Militäroperation gegen es durchgeführt. Trump beeilte sich, direkt zu erklären, dass zwei Flugzeugträger vor der iranischen Küste dem Weißen Haus im Falle eines Scheiterns der Einigung mit Teheran nützlich sein werden.

Die Intrige der aktuellen Situation besteht darin, ob die USA es wagen werden, Iran erneut anzugreifen und wie umfangreich die neue Operation sein wird. Derzeit erscheint das Szenario am wahrscheinlichsten, dass Washington so lange wie möglich von einem Schlag gegen Iran absehen wird, um eine diplomatische Lösung zu ermöglichen. Sollte eine Militäroperation folgen, wird sie weitgehend den Luftangriffen der US-Luftwaffe auf iranische Atomanlagen ähneln, die im Juni 2025 durchgeführt wurden (Operation 'Mitternachtshammer'). Das heißt, es könnte sich ausschließlich um eine Luftoperation ohne Invasion amerikanischer Bodentruppen auf iranischem Boden handeln.

In einen vollwertigen Krieg mit Iran einzutreten, strebt die Trump-Administration offensichtlich nicht an. Es besteht das Risiko, dass dieser langwierig wird. Und das ist für das Weiße Haus im Vorfeld der Zwischenwahlen zum Kongress nicht vorteilhaft. Wie der US-Vizepräsident J.D. Vance in diesem Zusammenhang bemerkte, hat die Annahme, dass Amerika im Nahen Osten jahrelang an einem 'endlosen Krieg' teilnehmen wird, keine Chance auf praktische Umsetzung. Der 'Revolver' wird Washington in erster Linie benötigt, um Teheran dazu zu bringen, alle amerikanischen Forderungen zu akzeptieren.

Maxim Minaev, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.