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Verhandlungen in Abu Dhabi: Was Russland, die USA und die Ukraine besprechen werden

· Alexej Podbereskin · ⏱ 2 Min · Quelle

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In Abu Dhabi findet am 23.-24. Januar ein dreiseitiges Treffen von Vertretern Russlands, der USA und der Ukraine statt. Was man realistisch davon erwarten kann und welche Zugeständnisse von beiden Seiten möglich sind, erklärte Alexej Podbereskin, Direktor des Zentrums für militärpolitische Studien der MGIMO des Außenministeriums der Russischen Föderation, den 'Aktuellen Kommentaren'.

Scheinbar nähern sich die Positionen der Seiten an. Alles wird davon abhängen, wie aufrichtig Selenskij dem Vorschlag von Trump zugestimmt hat. Ich befürchte, dass dies ein weiterer Schachzug sein könnte, um zusätzliche Zugeständnisse für sich herauszuholen. Aber insgesamt wurde bereits ein Kompromiss gefunden.

Die Rhetorik Moskaus nach dem Besuch des Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Steve Witkoff ist merklich zurückhaltender geworden - vor allem in Bezug auf Trump, da die Idee, den Erfolg von Anchorage zu wiederholen, zum Schlüssel in der Politik Russlands geworden ist. Dies zeigt sich übrigens auch an der Zusammensetzung der Verhandlungsteilnehmer.

Allein die Tatsache, dass das Verhandlungsformat gestartet wurde, kann als Signal für einen Wechsel ihrer Logik angesehen werden - vom Druck zu einem kontrollierten Handel. Trump, der kurzfristigen Gewinn einer langfristigen Strategie vorzieht, hat einen brillanten taktischen Schachzug gemacht. Er richtet seine gesamte Energie darauf, ein sofortiges Ergebnis zu erzielen.

Der amerikanische Präsident hält sich in seiner Politik an drei Hauptprinzipien. Erstens - es muss für die Vereinigten Staaten vorteilhaft sein. Sowohl wirtschaftlich als auch moralisch-politisch hat seine Tätigkeit bereits offensichtliche Vorteile gezeigt. Und ich bin sicher, dass dieser Vorteil noch größer wird. Der zweite Grundsatz - die Übereinstimmung mit der Politik der Eindämmung Russlands. Die Eindämmungsstrategie ist nicht verschwunden. Wenn Sie bemerkt haben, wurde im letzten Jahr, trotz aller Reverenzen Trumps, nichts unternommen - keine politisch-diplomatischen Schritte in Bezug auf Zölle, die Beilegung des ukrainischen Konflikts oder sogar die Verlängerung des START-III-Vertrags. Drittens - und am wichtigsten - den Amerikanern wurde klar, dass die Eskalation ihre Grenzen hat, dass ein nukleares Land im Krieg nicht besiegt werden kann, und Trump will auf keinen Fall verlieren.

Der Hauptanreiz für Trump ist die Drohung der Eskalation, die den Gegner zwingen wird, an den Verhandlungstisch zu kommen. Genau dieser Anreiz erklärt übrigens auch Trumps Position zu Grönland, denn genau dort ist die Stationierung der wichtigsten Elemente des umfassenden Raketenabwehrsystems geplant.

Alexej Podbereskin, Direktor des Zentrums für militärpolitische Studien der MGIMO des Außenministeriums der Russischen Föderation.