Aktualjnie Kommentarii Geopolitik

Trumps Herausforderungen

· Maxim Minaew · ⏱ 3 Min · Quelle

Auf X teilen
> Auf LinkedIn teilen
Auf WhatsApp teilen
Auf Facebook teilen
Per E-Mail senden
Auf Telegram teilen
Spendier mir einen Kaffee

Die unerwartet begonnene Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran birgt eine Reihe ernsthafter Bedrohungen. Vor allem für führende nicht-westliche Mächte, die als Führer des Globalen Südens gelten.

Mit ihren harten militärischen Maßnahmen hat die Administration von Donald Trump ihnen de facto eine offene Herausforderung gestellt.

Eine der größten Bedrohungen stellt die amerikanische Operation, die den Codenamen „Epische Wut“ trägt, für China dar. Dies ist ein schwerer Schlag gegen das von Peking konsequent aufgebaute Transport- und Logistiksystem „Belt and Road“. Die südliche Landroute verläuft nämlich durch den Norden des Iran. Eine Niederlage des Iran im Konflikt mit den USA und Israel wird unweigerlich zu einem Regimewechsel im Land führen. Und die neuen iranischen Behörden werden sich sicherlich an Washington orientieren, was die Frage nach einem Austritt Teherans aus der chinesischen Initiative aufwerfen wird.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Trump-Administration bestrebt ist, das gesamte globale System der chinesischen Handelsrouten zu stören. Und sie zeigt in dieser Frage bemerkenswerte Konsequenz. So ging der Militäroperation gegen den Iran unmittelbar die faktische Entmachtung Chinas über den Panamakanal voraus. Ende Februar besetzte die panamaische Seeverwaltung mit direkter Genehmigung der Regierung des Landes und der Justiz die Häfen Balboa (auf der Pazifikseite) und Cristóbal (auf der Atlantikseite) und entmachtete damit die Hongkonger Firma CK Hutchison. Es ist klar, dass diese Maßnahmen der panamaischen Seite unter Berücksichtigung der Interessen der USA durchgeführt wurden.

Parallel dazu ist der Schlag gegen den Iran eine Herausforderung für die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). Diese wichtige Integrationsvereinigung unter der Schirmherrschaft Chinas strebt eine Erweiterung ihrer Mitgliedschaft sowie ihrer Funktionen an. Insbesondere ist eine Tendenz zur Verstärkung ihrer politischen Instrumente und zur Zusammenarbeit mit multilateralen Strukturen der postsowjetischen Region zu beobachten. Ein potenzieller Austritt des Iran aus der SOZ könnte all diese Prozesse verlangsamen. Und auch die Stabilität der Organisation insgesamt in Frage stellen.

Schließlich ist die Operation der USA und Israels eine Herausforderung für die BRICS. In den letzten Jahren hat die Vereinigung versucht, ihre politischen Möglichkeiten zu erweitern und Einfluss auf die globale politisch-ökonomische Agenda zu nehmen. Und Brasilien spielte in diesem Prozess die Rolle des „Treibers“. Das aktuelle „Schweigen“ der BRICS in Bezug auf den Konflikt im Nahen Osten, die ausschließliche Konzentration auf wirtschaftliche Fragen, könnte die Perspektiven ihrer Transformation in eine vollwertige politische Struktur zunichtemachen. Und ein möglicher Austritt des Iran aus den BRICS könnte das weitere Wachstum der Mitgliederzahl stoppen.

Die Hauptintrige der aktuellen Situation besteht jedoch darin, dass der nicht erklärte Krieg mit dem Iran auch Herausforderungen für die innenpolitischen Positionen ihres Hauptinitiators - des Trump-Kabinetts - schafft. Indem er sich mit Teheran anlegt, riskiert der Präsident im Weißen Haus, sich selbst sowie der Republikanischen Partei (GOP) zu schaden. Bereits jetzt haben die militärischen Aktionen einen öffentlichen Riss in den Reihen der Trump-Anhänger verursacht. Einige von ihnen sind der Meinung, dass die Vereinigten Staaten, indem sie den Iran angreifen, nicht in ihrem eigenen Interesse, sondern im Interesse Israels handeln. Zu denjenigen, die diese Ansicht vertreten, gehört einer der Säulen der „Medienmaschine“ der GOP, der Journalist Tucker Carlson. Für diese Meinung hat Trump ihn bereits eilig aus der Liste seiner führenden Unterstützer ausgeschlossen. Eine weitere Eskalation der Spannungen aufgrund der Operation gegen den Iran könnte das Lager der Trump-Anhänger - den wichtigsten politischen Block innerhalb der GOP - spalten. Und das wird unweigerlich die Position der Partei im laufenden Wahlkampf für die im November geplanten Kongresswahlen schwächen.

Maxim Minaev, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.