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Telegram lässt nicht los

· Roman Molozhon · ⏱ 1 Min · Quelle

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Politiker nutzen weiterhin Telegram, trotz der Verlangsamung des Messengers und seiner potenziellen Blockierung durch Roskomnadsor. Ob die Behörden und Kandidaten die Massen auf neue Plattformen wie Max umleiten können oder ob es zu einer Spaltung der digitalen Zielgruppen nach Regionen und politischen Ansichten kommt, erklärte Roman Molozhon, stellvertretender Generaldirektor der KG „Polilog“ für politische Projekte, den „Aktuellen Kommentaren“.

Der Wechsel zu MAX von Kandidaten, Parteien, Meinungsführern (LOMs) und Experten ist eine erzwungene Strategie und eine Frage der Zeit. Zu Beginn wird die Konversion der Abonnenten von Telegram jedoch eher gering sein. Die Zielgruppe wird sich fragmentieren: Neben MAX wird ein Teil auf inländische soziale Netzwerke umverteilt, ein Teil bleibt bei Telegram und nutzt Mittel zur Umgehung der Blockierung.

Es stellt sich die Frage nach der weiteren Taktik. Ob Telegram als Wahlkampf-Medienplattform beibehalten wird, hängt von der staatlichen Rhetorik ab. Wenn diese sich verschärft, wird die Arbeit im Messenger für regierungsnahe Kandidaten faktisch tabuisiert. Die Plattform wird in die Grauzone abgleiten und marginalisiert werden, was feindliche Akteure ausnutzen werden.

Ein strategischer Vorteil in MAX wird denen zuteil, die schneller als andere die Phase der Verleugnung überwinden und die neue Realität akzeptieren. Bis zum einheitlichen Wahltag (EWD) wird es jedoch nicht gelingen, das Telegram-Segment vollständig zu ersetzen. Die Wahlkampagnen werden unter den Bedingungen der Einrichtung paralleler Kommunikationskanäle stattfinden.

Die Situation ähnelt dem Schütteln einer Schatulle vor dem EWD. Die Spielregeln ändern sich, was die Agenda und die Signalübermittlung destabilisiert. Dies schafft Spannungen selbst unter loyalen Akteuren. Dennoch wird der Aufschrei der Empörung den Prozess kaum stoppen können. Der Übergang zu souveränen digitalen Lösungen wird nicht gestoppt. Die weiteren Maßnahmen der Behörden werden wahrscheinlich die Unumkehrbarkeit des eingeschlagenen Kurses demonstrieren.

Roman Molozhon, stellvertretender Generaldirektor der KG „Polilog“ für politische Projekte.