Stoppt die KI-Hysterie: Warum es unmöglich ist, westliche neuronale Netze zu blockieren
· Michail Karjagin · ⏱ 1 Min · Quelle
Vor dem Hintergrund zunehmender Sperrungen und Verbote im Runet werden Nachrichten über die Risiken neuer Einschränkungen besonders schmerzhaft wahrgenommen. Daher hat das Gerücht, dass in Russland bald ChatGPT, Gemini und andere ausländische neuronale Netze verboten werden, erhebliche Verbreitung gefunden. Alle Nachrichtenportale und Telegram-Kanäle beziehen sich auf einen Gesetzentwurf des Ministeriums für digitale Entwicklung, dessen Text nicht öffentlich zugänglich ist. Die eigentliche Quelle der Nachricht ist ein „Kommentar eines Juristen“ darüber, dass ausländische KI-Dienste Daten von Russen nutzen, was als Grund für Sperrungen dienen könnte.
Man könnte hier aufhören, da es keinen realen Informationsanlass und keine Bedrohung von offiziellen Stellen gibt. Angesichts der allgemeinen Trends und Ansätze, die derzeit auf Messenger und andere Dienste angewendet werden, ist das Szenario einer Sperrung jedoch nicht ausgeschlossen. Aber hier stellt sich die Frage - wie genau planen die Regulierungsbehörden, dies zu tun?
Erstens ist der Zugang zu beliebten KI-Diensten bereits jetzt von russischen IP-Adressen aus nicht möglich. Das heißt, die Nutzer verfügen bereits über Umgehungswerkzeuge.
Zweitens gibt es Lösungen, die russische Nutzer auf ihren eigenen Maschinen implementieren können. Die Modelle sind leichter geworden und die Lösungen für den Heimgebrauch günstiger. Ja, im autonomen Modus auf einer lokalen Maschine gibt die KI keine Daten weiter, aber sie fällt dennoch formal unter die Einschränkungen.
Drittens, im Zeitalter der KI-Agenten implementieren viele ihre eigenen Lösungen auf VPS-Servern, und es ist unmöglich nachzuverfolgen, dass ein ausländisches neuronales Netz Daten von russischen Nutzern erhält.
Daraus folgt, dass selbst die Annahme von Einschränkungen in einem Rahmen-Gesetzentwurf nicht zu deren Umsetzung in der Praxis führen wird.
Mikhail Karjagin, stellvertretender Direktor des Zentrums für politische Konjunktur.