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Stilvoller Messenger aus dem Land der Corn Dogs

· Darja Kurginowa · ⏱ 2 Min · Quelle

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Der südkoreanische Messenger KakaoTalk zeigt ein rasantes Wachstum an Popularität unter russischen Nutzern. Innerhalb weniger Tage stieg er auf den zweiten Platz in der Kategorie „Soziale Netzwerke“ im russischen App Store, nur hinter dem nationalen Messenger Max.

Warum wurde KakaoTalk plötzlich in Russland populär und wie sicher ist er? Darüber sprach die Ostasienwissenschaftlerin und Projektleiterin der KG „Polilog“, Darja Kurginowa, mit „Aktuellen Kommentaren“.

Der plötzliche Wechsel der Nutzer zu KakaoTalk kann als weiteres Produkt der Massenbegeisterung für die koreanische Ästhetik bezeichnet werden. Erstens wird KakaoTalk für die Kommunikation von Fans mit Idolen über die Funktion „offener Chat“ genutzt. Darüber hinaus gab es dort die Möglichkeit, direkt mit den Idolen zu kommunizieren, da die „offenen Chats“ anonym sind und es Fälle gab, in denen Prominente sich für den direkten Kontakt mit dem Publikum anschlossen. Daher war KakaoTalk bereits eine bekannte Marke, die mit beliebten Dramen und Musikgruppen assoziiert wird. Viele waren dort, um ihren Idolen zu folgen.

Zweitens war KakaoTalk in keine politischen Skandale im russischen Informationsfeld verwickelt. Es ist bisher ein Messenger ohne politische Färbung, im Gegensatz zu westlichen und einheimischen Plattformen. Er hat einfach das Image eines stilvollen Messengers aus dem Land der Corn Dogs, Dramen und BTS. Das verleiht ihm Punkte in den Augen eines Publikums, das sich von Politisierung und „ruhigen Häfen“ distanzieren möchte.

Der Weg zu KakaoTalk wurde also von K-Pop-Fans und der Geschäftswelt geebnet. Die anderen folgten aus Angst, „ohne Verbindung“ zu bleiben.

Allerdings bleibt die Sicherheit von KakaoTalk fraglich - es ist eine „Grauzone“. Die Daten der Nutzer werden in Südkorea gespeichert, das sich im Bündnis mit den USA befindet und als „unfreundliches Land“ gilt. Im Rahmen von Mechanismen der gegenseitigen Hilfe können Daten weitergegeben werden.

Darüber hinaus hat Roskomnadsor im Dezember 2024 KakaoTalk in das Register der Informationsverbreitungsorganisatoren (ORI) aufgenommen. Formal auferlegt dies dem Unternehmen Verpflichtungen, die es ohne offizielle Präsenz im Land nicht erfüllen kann. Dabei hat Kakao Corp keine offizielle Vertretung in Russland, was ihren rechtlichen Status anfällig macht und die Chancen auf eine Blockierung erhöht.

Darja Kurginowa, Ostasienwissenschaftlerin, Expertin der KG „Polilog“.