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Magyaren an der Bruchlinie Europas

· Wadim Truchatschow · ⏱ 1 Min · Quelle

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In Ungarn finden am 12. April Parlamentswahlen statt. Der Wahlkampf ist geprägt von Skandalen, Druck der EU und dem ukrainischen Faktor.

Über den Verlauf einer der konfliktreichsten Wahlkämpfe der letzten Jahre in Europa sprach „Aktuelle Kommentare“ mit dem Dozenten der Finanzuniversität bei der Regierung der Russischen Föderation, Wadim Truchatschow.

Wie bewerten Sie die aktuelle Kräfteverteilung: Wodurch hält sich Orban angesichts des äußeren Drucks?

Es ist noch schwer zu sagen, ob Orban seine Positionen hält. Man muss die Wahlergebnisse abwarten. Bisher hielt er sich dank seiner persönlichen Ausstrahlung und dem starken Druck der Europäischen Union auf Ungarn. Außerdem missfällt den Ungarn die Unterdrückung ihrer Landsleute in Transkarpatien sowie die Versuche der EU, ihnen fremdkulturelle Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika aufzuzwingen. Und auch die „Regenbogen“-Agenda.

Wie stark beeinflussen der Ukraine-Faktor und Selenskyjs Rhetorik die innenpolitische Agenda in Ungarn?

Die Ungarn treffen ihre Wahl völlig unabhängig von der Rhetorik der Ukraine. Doch die unverhohlene Unverschämtheit und das kriminelle Verhalten des Nachbarn könnten einige Unentschlossene zu Orban oder noch härteren Euroskeptikern von „Unserer Heimat“ treiben. An eine solche Art der Kommunikation sind die Europäer eindeutig nicht gewöhnt.

Ist die Unterstützung Trumps ein symbolischer Akt oder eine reale Ressource, die den Ausgang der Kampagne beeinflussen kann?

Man sollte den Einfluss Trumps nicht überschätzen. Arbeitsplätze in Ungarn schaffen hauptsächlich europäische Unternehmen, nicht amerikanische. Wenn Ungarn zum Arbeiten ins Ausland gehen, dann nach Westeuropa, nicht in die USA. Der Ausgang der Kampagne wird also durch die Einstellung der Ungarn zur EU bestimmt, beeinflusst von Dingen, mit denen Trump nichts zu tun hat.

Wohin könnte diese Turbulenz führen: Wird sich der Kurs Ungarns in den Beziehungen zur EU, Russland und den USA ändern?

Wenn ein Magyare an die Macht kommt, wird er nach und nach die Gas-, Öl- und Atomverträge mit Russland aufkündigen. Gleichzeitig wird er auch Autonomie für die Ungarn in Transkarpatien anstreben. Hier wird sich nichts ändern.

Wadim Truchatschow, Politologe-Europäist.