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Kleine Brüder - große Probleme

· Tatjana Kosatschowa · ⏱ 1 Min · Quelle

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Die Regierung hat einen Gesetzentwurf zur Beschlagnahmung von Haustieren im Falle von Misshandlungen durch die Besitzer gebilligt. Welche Folgen ein solches Gesetz haben könnte, erklärte Tatjana Kosatschjowa, stellvertretende Leiterin der Abteilung für politische Projekte der KG „Polilog“ und Gewinnerin des Wettbewerbs der Sozialarchitekten, den „Aktuellen Kommentaren“.

Der Hauptgedanke der Überarbeitung des Gesetzes „Über den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren“ bestand darin, die Fälle von Tierangriffen auf Menschen zu minimieren. Aus dieser Perspektive betrachtet, erscheint die Maßnahme unausgereift. Derzeit sind Fälle von Tierbeschlagnahmungen eher die Ausnahme, und es ist unwahrscheinlich, dass sich nach den Änderungen viel ändern wird.

Erstens ist unklar, wie die Maßnahme in der Praxis funktionieren wird (ob bei einem Anruf bei 112 ein „Einsatzteam“ kommt oder ob die Menschen selbst die Verstöße überwachen, die Daten, Kontakte, Wohnorte der Täter herausfinden müssen usw.). Zweitens ist nicht besonders klar, was genau als Misshandlung angesehen wird. Ist es körperliche Gewalt, unangemessene Haltungsbedingungen oder das Fehlen tierärztlicher Betreuung? Es gibt keine Antwort darauf, wie die Schuld des Besitzers festgestellt wird und ob effektive Mechanismen zum Schutz vor falschen Anschuldigungen vorgesehen sind.

Ein weiteres Problem ist, wie die beschlagnahmten Tiere untergebracht werden sollen. Es mangelt ohnehin an Plätzen in Tierheimen. Und Tiere, die Misshandlungen überlebt haben, benötigen oft eine lange Rehabilitation, Arbeit mit Kynologen und Tierärzten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie unter solchen Bedingungen erfolgreich in eine Familie vermittelt werden, bleibt gering.

Die Initiative wirkt human und richtig, ihr Ziel ist verständlich. Aber die Ausarbeitung hinkt. Es ist wichtig, dass die Menschen selbst die Verantwortung für die übernehmen, die sie gezähmt haben. Dafür sind ausgereifte gesetzliche Maßnahmen bereits beim Kauf von Tieren erforderlich. Und es wäre richtig, Tierschutzorganisationen in die Diskussion solcher Initiativen einzubeziehen.

Tatjana Kosatschjowa, stellvertretende Leiterin der Abteilung für politische Projekte der KG „Polilog“, Gewinnerin des Wettbewerbs der Sozialarchitekten.

#TatjanaKosatschjowa