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Kampf um das Kapitol

· Maxim Minaew · ⏱ 2 Min · Quelle

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Die in den USA beginnende Wahlkampagne für die Wahlen in beide Kammern des Kongresses wirkt äußerlich sehr vorhersehbar. Vor dem Hintergrund der dynamischen Präsidentschaft von Donald Trump steht die Republikanische Partei (GOP) vor dem Problem, ihre wahlpolitischen Positionen zu schwächen.

Und infolgedessen besteht das Risiko, nach der Abstimmung am 3. November die aktuelle Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat zu verlieren. Die oppositionelle Demokratische Partei hat ihrerseits gute Chancen, die Mehrheit im Kapitol zu erlangen. Dadurch würde sie weitaus mehr Möglichkeiten haben, permanenten Druck auf den von der republikanischen Administration verfolgten Kurs auszuüben.

Für eine solche Entwicklung sprechen die aktuellen Ergebnisse soziologischer Studien. So waren laut einer Umfrage von Morning Consult vom 19. Januar 43% der Befragten bereit, bei den Wahlen in beide Kammern des Kongresses für die GOP zu stimmen, während sich 45% für die Demokraten aussprachen. Eine Studie des Emerson College vom 22. Januar verzeichnete einen weitaus größeren Abstand zwischen den Parteien. Laut dieser sprachen sich 41,7% der Befragten für die Republikaner aus, während 48,1% die Demokraten bevorzugten. Schließlich ergab eine Umfrage der New York Times/Siena, ebenfalls vom 22. Januar, dass der Wahlkampf-Rating der GOP 43% und der der Demokraten 48% betrug.

Doch auf Grundlage dieser Daten zu behaupten, dass ein Fiasko der Republikaner am Ende der Wahlsaison 2026 unvermeidlich ist, ist noch verfrüht. Die Republikanische Partei hat noch genügend Chancen, um um das Kapitol zu kämpfen.

Erstens muss berücksichtigt werden, dass das Rennen gerade erst begonnen hat. Und in den meisten Bundesstaaten hat die GOP-Führung noch nicht einmal ihre Kandidaten für die Sitze im Senat und im Repräsentantenhaus bestimmt. Bekannt sind nur die potenziellen Teilnehmer des Wettbewerbs, einschließlich der amtierenden Senatoren und Kongressabgeordneten. Und alle müssen sich den innerparteilichen Vorwahlen stellen. Das Verfahren der Vorwahlen ist in den verschiedenen Bundesstaaten zeitlich von Anfang März bis Mitte September gestreut. Daher kann das tatsächliche Wählerpotenzial der GOP-Kandidaten für die Sitze im Kapitol nicht vor Ende September - Anfang Oktober bewertet werden.

Zweitens wird im Verlauf der Senatskampagne wahrscheinlich ein Gleichstand der Seiten zu beobachten sein. Auf der Ebene der einzelnen Bundesstaaten ist derzeit kein deutlicher Vorteil der Demokraten in diesem Wettstreit festzustellen. So können die Demokraten in den von der GOP derzeit kontrollierten Bundesstaaten hauptsächlich in Maine und North Carolina um die Vorherrschaft kämpfen. Aber auch die Republikaner sind durchaus in der Lage, die Kontrolle über Georgia und Michigan zurückzugewinnen. Die Umsetzung eines solchen Szenarios würde das aktuelle Gleichgewicht der Parteikräfte im Senat bewahren, wo die Republikaner 53 Sitze und die Demokraten 45 haben.

Drittens muss berücksichtigt werden, dass das Kabinett Trump den GOP-Kandidaten aktive Informations- und politische Unterstützung bieten wird. Derzeit entsteht der Eindruck, dass der von ihm im Inland und auf internationaler Ebene umgesetzte Kurs der Partei eher schadet als ihre Positionen stärkt. Möglicherweise sind die Wähler einfach „müde“ vom durchsetzungsstarken Image des amerikanischen Führers und seines Teams. Aber der Faktor des sicheren Triumphs Trumps bei den Präsidentschaftswahlen 2024 ist nicht zu unterschätzen. Und die Errungenschaften dieser Kampagne können das Republican National Committee (RNC) zusammen mit dem Apparat des Weißen Hauses durchaus im Interesse ihrer Kandidaten im aktuellen Wahlkampf einsetzen.

Maxim Minaev, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.