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Kampf gegen Dropper wird verstärkt

· Schanna Iwanowskaja · ⏱ 2 Min · Quelle

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Ab dem 1. Juli wird bei Überweisungen über das System der schnellen Zahlungen die Übermittlung der Steueridentifikationsnummer (INN) obligatorisch. Formal ist dies eine technische Maßnahme, aber im Wesentlichen ein wichtiger Schritt zur Verstärkung der Kontrolle über Finanzströme.

Für gewöhnliche Nutzer ändert sich fast nichts: Die Steueridentifikationsnummer (INN) wird von den Banken selbst über die Infrastruktur des Systems der schnellen Zahlungen (SBP) übermittelt. Für das System ist dies jedoch eine grundlegende Änderung - es entsteht ein stabiler Identifikator, der eine genauere Nachverfolgung von Transaktionen ermöglicht.

Der Schlüsselaspekt hier ist der Druck auf Dropper. Während man eine Telefonnummer ändern, eine Karte neu ausstellen und ein Konto neu eröffnen kann, bleibt die INN konstant. In diesem Sinne wird sie tatsächlich zu einem effektiven Instrument: Es wird erheblich schwieriger, Überweisungsketten zu durchbrechen.

Das Problem, das gelöst werden soll, ist offensichtlich. Heute eröffnen Banken Konten ohne die obligatorische Angabe der INN, und die Daten, die an die Steuerbehörde (FNS) übermittelt werden, erlauben nicht immer eine eindeutige Identifizierung einer Person. Dies schafft Raum für Missbrauch. Die neue Maßnahme verengt diesen Raum.

Es ist wichtig zu verstehen: Es geht nicht nur um den Kampf gegen Betrug. Die Erhöhung der Transparenz wird unvermeidlich auch „graue“ Praktiken betreffen - nicht deklarierte Einkommen, informelle Überweisungen. Ein Teil solcher Transaktionen wird in Bargeld oder alternative Instrumente, einschließlich Kryptowährungen, abwandern. Dies ist eine Standardreaktion auf verstärkte Kontrolle.

Gleichzeitig wird das System für legale Transaktionen stabiler. Die Verwendung der INN als Basisidentifikator ermöglicht es, Risiken schneller zu erkennen und verdächtige Aktivitäten gezielt einzuschränken. Aus Sicht der Bankeninfrastruktur ist dies eine logische Entwicklung.

Ein separates Thema ist die Privatsphäre. Die Übermittlung der INN ohne Beteiligung des Kunden kann als Erweiterung der Kontrolle wahrgenommen werden. Vieles wird davon abhängen, wie die Banken den Umgang mit Einwilligungen und persönlichen Daten gestalten. Fehler bei der Identifizierung oder intransparente Verfahren können zusätzliche Risiken schaffen.

Dennoch ist die allgemeine Richtung klar. Das Finanzsystem bewegt sich auf ein Modell zu, in dem jede Transaktion eine klare Zuordnung zu einem bestimmten Subjekt hat. Die INN ist in dieser Logik nicht nur ein technischer Parameter, sondern ein Element der neuen Kontrollarchitektur.

Für die Nutzer ist dies kaum bemerkbar. Für den Markt - eine Änderung der Regeln. Für Dropper - eine erhebliche Erschwerung der Arbeit.

Schanna Iwanowskaja, Kandidatin der Wirtschaftswissenschaften, Dozentin am Lehrstuhl für Internationales Geschäft der Finanzuniversität bei der Regierung der Russischen Föderation.