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Kampagne ohne überflüssige Worte

· Ilja Geraskin · ⏱ 2 Min · Quelle

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Die Wahlen zur Staatsduma treten in die Phase der Vorabstimmung ein. Noch ohne laute Erklärungen, aber bereits mit einer verständlichen Logik der Handlungen der Schlüsselakteure.

Parlamentarische Kampagnen sind immer weniger emotional als Präsidentschaftswahlen und spiegeln daher die tatsächlichen Prioritäten des Systems genauer wider. Die Kampagne 2026 wird keine Ausnahme sein: Sie wird sich um die Konfiguration und Überprüfung der Stabilität drehen, nicht um den lebhaften Kampf von Parolen und Bildern.

Verengung des Feldes

Der Hauptunterschied der bevorstehenden Wahlen ist die drastische Verengung des Raums für Experimente. Die Agenda wird funktionaler: Sicherheit, Steuerbarkeit, soziale Verpflichtungen, regionale Entwicklung. Das bedeutet nicht das Fehlen von Konkurrenz, aber es ändert ihren Charakter. Die Wahl wird zwischen verschiedenen Versionen der Systematik getroffen, nicht zwischen alternativen Kursen.

Logik der Macht

„Einiges Russland“ tritt mit einem gewissen Vorteil gegenüber anderen Parteien in die Kampagne ein. Der in den letzten Jahren gebildete hohe Unterstützungsgrad ist gleichzeitig eine Ressource und eine Einschränkung. Übermäßige Aktivität könnte hier gegen das Ergebnis spielen. Daher wird die Logik der Handlungen von ER wahrscheinlich darauf abzielen, die Agenda vorsichtig zu halten, Verwaltungskompetenz zu demonstrieren und potenzielle Reizpunkte zu minimieren.

Personal als Inhalt

Eines der wenigen wirklich spannenden Elemente der Kampagne ist die Personalfrage. Die Erneuerung der Listen erhält keinen dekorativen, sondern einen sinnvollen Charakter. Die Nachfrage nach neuen Vertretern - vor allem solchen, die mit der SVO verbunden sind - ist recht stabil. Dabei geht es nicht um symbolische Figuren, sondern um den Versuch, neue soziale Erfahrungen in die parlamentarische Arbeit zu integrieren. Inwieweit dies gelingt, wird ein wichtiger Indikator für die Reife der Parteien sein.

Opposition ohne scharfe Bewegungen

Die parlamentarische Opposition tritt in die Kampagne im Anpassungsmodus ein. Der Raum für scharfe Kritik ist begrenzt, aber die Nischenarbeit behält Potenzial. Soziale Problematik, regionale Ungleichgewichte, lokale Konflikte - genau hier ist Wachstum möglich. Erfolgreich werden nicht die lautesten, sondern die genauesten sein - diejenigen, die es schaffen, sachlich zu sprechen, ohne die Grenzen des Erlaubten zu überschreiten.

Technologische Stille

Scharfe Konflikte und laute Skandale werden im Rahmen der Kampagne wahrscheinlich selten sein. Im Vordergrund stehen Technologien: die Arbeit mit der Basiswählerschaft, digitale Werkzeuge, gesteuerte Wahlbeteiligung. Äußerlich wird dies einen Effekt der Ruhe erzeugen, aber der Prozess wird im Inneren intensiv sein. Der Großteil der Bedeutungen richtet sich nicht an ein breites Publikum, sondern an bestimmte Gruppen.

Kontur des Ergebnisses

Die Wahlen zur Staatsduma werden wahrscheinlich keine politischen Sensationen bringen, aber sicherlich eine Reihe wichtiger Verschiebungen festhalten. Die neue Legislaturperiode wird keinen Bruch, sondern eine allmähliche Neuausrichtung widerspiegeln - in Zusammensetzung, Prioritäten, Arbeitsstil. Genau in diesen Nuancen wird der Hauptsinn der Kampagne liegen. Nicht in den Zahlen, sondern darin, wie das System auf die veränderte Nachfrage reagiert.

Ilja Geraskin, Leiter des Programms „Wahlen“ des Zentrums für politische Konjunktur.