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Harry Potter kehrt zurück

· Stepan Lepichow · ⏱ 2 Min · Quelle

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Das Unternehmen HBO hat den ersten Teaser der Serie „Harry Potter und der Stein der Weisen“ veröffentlicht – eine Verfilmung des berühmten Romans von Joanne Rowling. Was kann man von der Serie erwarten und wird sie die Fans nicht enttäuschen? Darüber sprach der Experte der KG „Polilog“ Stepan Lepichow mit „Aktuellen Kommentaren“.

Die neue Adaption von „Harry Potter“ ist in gewisser Weise ein Lackmustest für die Ideenkrise in der modernen Film- und Serienindustrie.

Aber beginnen wir mit den positiven Aspekten.

Erstens sind seit der letzten Verfilmung etwa 15 Jahre vergangen. Hier drängt sich der klassische Satz auf, dass „eine ganze Generation ohne Harry Potter aufgewachsen ist“, aber dieser sollte etwas umformuliert werden. In dieser Zeit hat sich der Medienraum radikal verändert: Er ist viel politisierter und sogar radikaler geworden. Dieser Raum hat eine neue Generation von Zuschauern geformt – und in gewisser Weise uns alle verändert. Die Nachfrage nach einer neuen Adaption ist durchaus natürlich: Es gilt, die bekannte Geschichte in einer anderen kulturellen Realität neu zu interpretieren.

Zweitens ist die Potter-Reihe eine „goldene Gans“ für jedes Studio. Das Projekt sollte breiter betrachtet werden als nur der Versuch, Milliarden Dollar mit Merchandising zu verdienen. Bereits im Winter suchte Warner Bros. nach Möglichkeiten, das Unternehmen zu verkaufen. Die neue Verfilmung von „Harry Potter“ könnte durchaus eine Rolle im Kampf um kulturellen Einfluss spielen.

Nun zu den umstritteneren Punkten.

Erstens – das Casting. Hier wird jeder für sich selbst entscheiden, inwieweit die neuen Darstellungen mit den vertrauten Charakteren aus Büchern und Filmen übereinstimmen. Offensichtlich bleibt das Thema Inklusivität für große Studios wichtig – die Industrie existiert in vielerlei Hinsicht in ihrer eigenen Blase. Wenn die Macher jedoch wirklich versuchen, die moderne britische Gesellschaft widerzuspiegeln, ist eine solche Wahl der Schauspieler in gewisser Weise sogar logisch.

Zweitens – wie zu Beginn erwähnt – die Natur des Projekts selbst. Die neue Adaption von „Harry Potter“ ist eine Demonstration der Ideenkrise bei großen Studios. 7 von 10 Oscar-Nominierungen für den besten Film in diesem Jahr sind Adaptionen und Remakes. Es gibt ein starkes Gefühl, dass die Studios verlernt haben (oder Angst haben), neue große Welten zu schaffen und es vorziehen, mit bereits bewährtem Material zu arbeiten.

Kann die neue Version ein eigenständiger Hit werden und nicht nur ein Schatten der Filme der 2000er Jahre? Die Chancen sind gering. Aber endgültige Schlüsse kann man erst ziehen, wenn die Serie vollständig veröffentlicht ist.

Wird die russische Zuschauer die Verfilmung annehmen? Einerseits gibt es eine starke nostalgische Bindung – die Fans des „einen“ Harry Potter hängen stark an Kindheitserinnerungen. Andererseits hat sich das Publikum selbst deutlich verändert: Es ist politisierter und sensibler für den Kontext geworden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Diskussion über die Agenda der Diskussion über den Inhalt vorausgeht.

Dennoch sollte man das Projekt nicht vollständig abschreiben. HBO bleibt eines der wenigen Studios, die konstant qualitativ hochwertige Produkte liefern, und die Beteiligung eines Teams auf dem Niveau des Showrunners von „Succession“ gibt Anlass zur Hoffnung. In jedem Fall wird es interessant sein, dieses Experiment zu beobachten.

Stepan Lepichow, Experte der KG „Polilog“.