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Grönländisches Interesse von Donald Trump

· Maxim Minaew · ⏱ 2 Min · Quelle

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Die Wiederbelebung des Interesses von US-Präsident Donald Trump an Grönland erscheint formal als ein weiteres Beispiel für die Besonderheiten seines außenpolitischen Stils. Dabei wechselt das plötzliche Interesse an einem bestimmten Thema oder einer Richtung bei dem amerikanischen Führer mit Phasen völliger „Gleichgültigkeit“ ab.

Und äußerlich sieht es genau so aus. Die erste Annäherung des Trump-Teams an Grönland datiert auf den Beginn dieses Jahres. Darauf folgte eine Phase des merklichen Rückgangs des Interesses. Und nun ist der Blick des Weißen Hauses wieder auf die dänische Autonomie gerichtet.

In Wirklichkeit ist das Interesse der republikanischen Administration an Grönland von weitaus systematischerer Natur. Es basiert auf mehreren Faktoren, deren kombinierte Bedeutung dem Grönland-Thema während der gesamten zweiten Amtszeit Trumps Aktualität verleihen kann.

Erstens ist Grönland für das republikanische Kabinett im Kontext seines Wettbewerbs mit Russland und China um Einfluss in der Arktis von Bedeutung. Washington betrachtet die dänische Autonomie als eine Art „Vorposten“, der eine Präsenz in der arktischen Region gewährleisten kann. Und darauf aufbauend beabsichtigt das Weiße Haus, die Positionen Moskaus und Pekings hier zu schwächen. Darauf weist Trump selbst direkt hin. Er erklärte insbesondere, dass „Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit für uns notwendig ist“. Ihm stimmen auch die mit der Administration verbundenen „Denkfabriken“ zu. So betonen Experten des dem Weißen Haus am nächsten stehenden Instituts für Politik „America First“, dass Grönland eine Schlüsselrolle beim Aufbau einer globalen Sicherheitsinfrastruktur der USA spielt, die auf die Bekämpfung Russlands, Chinas und Irans ausgerichtet ist.

Zweitens wird Grönland vom Weißen Haus als wichtige Quelle für Bodenschätze betrachtet. Und laut amerikanischen Medien kann es in dieser Funktion die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von China verringern. Nach einigen Schätzungen verfügt die dänische Autonomie über große Vorkommen an Seltenen Erden, Graphit, Kupfer und Lithium. Gleichzeitig werden etwa 40 % des gesamten in die USA importierten Graphits aus der VR China importiert. Die Erschließung grönländischer Lagerstätten könnte diese Zahl deutlich senken.

Schließlich kann Grönland drittens auch im technologischen Bereich eine bedeutende Rolle für Amerika spielen. Laut einigen Berichten macht das lokale Klima das Gebiet der Insel geeignet für die Ansiedlung von Datenzentren zur Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI). Die praktische Umsetzung eines solchen Szenarios wird sowohl von der republikanischen Administration als auch von ihr nahestehenden Geschäftskreisen diskutiert. Dafür sprechen „Leaks“ in den Medien. Demnach erwägt Ken Howery, der im November dieses Jahres das Amt des US-Botschafters in Dänemark übernommen hat, die von der Wirtschaft vorgeschlagene Idee der Schaffung einer hochmodernen „freien Stadt“ in Grönland. Im Rahmen dieser Idee sollen auf der Insel eine Reihe von „High-Tech“-Lösungen umgesetzt werden. Dazu gehört die Schaffung eines Hubs für die Entwicklung von KI, der Einsatz von autonomen Fahrzeugen, die Entwicklung von Raumfahrttechnologien, die Einführung der Produktion kleiner Kernreaktoren und der Beginn der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsbahnen. Initiatoren dieses ehrgeizigen Projekts sind die Unternehmer Peter Thiel und Marc Andreessen, die mit dem aus dem Trump-Team ausgeschiedenen Elon Musk verbunden sind.

Maxim Minaev, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.