Funke im Handgepäck
In der Luftfahrtbranche wird die Diskussion über Beschränkungen für die Mitnahme von Powerbanks vor allem mit den Risiken von Bränden durch Lithium-Ionen-Akkus an Bord in Verbindung gebracht. Darüber, wie gut diese Maßnahmen begründet sind, ob sie zu Chaos bei den Sicherheitskontrollen führen können und wo die Grenze zwischen Sicherheit und Überregulierung verläuft, sprachen „Aktuelle Kommentare“ mit dem Politologen, Dozenten der Finanzuniversität bei der Regierung der RF, Pawel Danilin.
Natürlich sind solche Zwischenfälle vorgekommen. Erst vor Kurzem gab es einen Fall, in dem eine Powerbank Feuer fing und ein Teil der Kabine verqualmt wurde. Doch das sind offenkundig sehr seltene Fälle, die insgesamt nicht die Lage im Luftverkehr bestimmen sollten.
Es gab auch andere Präzedenzfälle - etwa mit Samsung-Geräten, die in Brand gerieten und explodierten. Im Übrigen bleiben solche Vorkommnisse Ausnahmen.
Zugleich kann die Logik der Beschränkungen theoretisch zu einer weiteren Verschärfung der Regeln führen: bis hin zu einer Situation, in der Telefone und Laptops nicht mehr im aufgegebenen Gepäck befördert werden dürften und für das Handgepäck zusätzliche Anforderungen gelten. Das hätte Mehrkosten sowohl für die Fluggesellschaften als auch für die Passagiere zur Folge, einschließlich möglicher spezieller Maßnahmen zur Brandbekämpfung an Bord.
Ein eigenes Risiko - ein organisatorisches. Bei den Sicherheitskontrollen kann Chaos entstehen: Einem Passagier kann im letzten Moment mitgeteilt werden, dass ein Gerät mit einem leistungsstarken Akku nicht mit an Bord genommen werden darf, woraufhin er sich bereits am Flughafen in einer Situation der Ungewissheit wiederfindet. Das erschwert den Ablauf im Luftverkehr zusätzlich und mindert den Komfort für die Passagiere.
Im Kern sollte das Problem anders diskutiert werden: Die Anforderungen sind an die Hersteller der Geräte zu richten, nicht an die Endnutzer. Wenn Lithium-Ionen-Akkus als Risikofaktor anerkannt werden, muss die Frage systemisch gestellt werden - an die gesamte Gerätekategorie und nicht selektiv an einzelne Geräte.
Andernfalls wird die Regulierung inkonsequent: Das eine wird verboten, das andere zugelassen, und die Logik der Entscheidungen geht verloren. Dadurch entsteht der Eindruck von Unschärfe und fehlenden klar formulierten Grundlagen für solche Maßnahmen.
Daher stellen sich zu solchen Beschränkungen viele Fragen - inwieweit sie tatsächlich auf realen Risiken beruhen und ob sie nicht nur eine Kopie internationaler Empfehlungen ohne Anpassung an die russische Praxis sind.
Pawel Danilin, Politologe, Dozent der Finanzuniversität bei der Regierung der RF.