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Finanzielle Bildung und Betrüger

· Konstantin Simonow · ⏱ 2 Min · Quelle

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Ein Lehrbuch über Wirtschaft für Nicht-Ökonomen ohne Formeln ist für alle Menschen notwendig, die verstehen müssen, wie die Wirtschaft funktioniert, erklärte der Dekan der Wirtschaftsfakultät der Lomonossow-Universität Moskau, Alexander Ausan.

Wie man die finanzielle Bildung der Jugend verbessert und warum Hochschulabsolventen leicht auf die Tricks digitaler Betrüger hereinfallen, erklärte der Generaldirektor des Fonds für nationale Energiesicherheit, Professor der Finanzuniversität Konstantin Simonow, in einem Interview mit 'Aktuelle Kommentare'.

Finanzielle Bildung war ursprünglich nicht für den Kampf gegen Betrüger gedacht, sondern genau für die finanzielle Bildung. Es ging um zwei Hauptkategorien - Kinder und ältere Menschen. Denn Kinder müssen in die Welt der Finanzen eingeführt werden, die sehr komplex geworden ist: Es gibt elektronisches Banking, Kryptowährungen, neue Sparmöglichkeiten, die Börsen entwickeln sich, es gibt enorme Möglichkeiten für finanzielle Aktivitäten - zum Beispiel kann man sogar auf dem Smartphone Währungen, Gold, Aktien kaufen und verkaufen. Die Idee der finanziellen Bildung bestand ursprünglich darin, Kinder und ältere Menschen in diese Welt einzuführen, obwohl letztere einen gewissen Konservatismus haben und es ihnen schwerfällt. Das war die Hauptidee, und die enorme Welle von Betrug trat etwas später auf und wurde zu einem riesigen Problem.

Dass Menschen mit wirtschaftlicher Ausbildung auf die Tricks von Betrügern hereinfallen, hat nichts mit einem niedrigen Niveau finanzieller Bildung zu tun. Die Tricks der Betrüger sind psychologische Bearbeitung, Manipulation, Druck, also der Bereich der Psychologie und nicht der finanziellen Bildung. Menschen geben Millionen Rubel an irgendwelche Kuriere, die sie überhaupt zum ersten Mal sehen. Was hat das mit finanzieller Bildung zu tun? Menschen werden in einen Stresszustand versetzt, in dem sie bereit sind, Wohnungen zu verkaufen und Millionen an unbekannte Personen zu übergeben. Und selbst Doktoren der Wirtschaftswissenschaften fallen darauf herein, weil es ein System der Manipulation von Menschen ist.

Finanzielle Bildung ist etwas ganz anderes. Sie lehrte die Menschen nicht, stressresistent zu sein. Deshalb brauchen die Menschen jetzt andere Kurse.

Wenn das Problem des Betrugs jetzt wirklich gigantische Ausmaße angenommen hat, dann sollte man nicht über finanzielle Bildung sprechen. Opfer von Betrügern können auch sehr gebildete, wirtschaftlich versierte Menschen werden, die in eine Stresssituation versetzt werden, in der ihr Verstand und Wissen gelähmt sind. Dieses Problem muss umfassend gelöst werden. Es ist die Verantwortung von Familien, Staat und Bildungseinrichtungen.

Konstantin Simonow, Generaldirektor des Fonds für nationale Energiesicherheit, Professor der Finanzuniversität.