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Deutschland am Start eines neuen Wahlzyklus. Das Kräfteverhältnis.

· Maxim Minaew · ⏱ 3 Min · Quelle

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Der Januar in Deutschland markiert den Beginn eines neuen Wahlzyklus.

Im Laufe des Jahres 2026 sollen in fünf Bundesländern Wahlen stattfinden. Bereits im März sind Abstimmungen in zwei Regionen des Landes geplant. Am 8. März wird die neue Zusammensetzung des Landtags in Baden-Württemberg bestimmt. Und am 22. März werden die Wähler in Rheinland-Pfalz ihre politischen Präferenzen äußern. Die zweite Runde des Wahlwettbewerbs ist für September geplant. Am 6. September finden Wahlen in Sachsen-Anhalt statt. Und am 20. September - in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Das aktuelle Kräfteverhältnis auf dem politischen Feld der BRD deutet darauf hin, dass die Hauptfavoriten der beginnenden Wahl- und Politiksaison zwei Parteien sein werden - die Christlich-Demokratische Union (CDU) und die „Alternative für Deutschland“ (AfD). Sie sollen die Triumphatoren aller fünf Abstimmungen werden. Am wahrscheinlichsten ist, dass die CDU die Wahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin gewinnt. Und die AfD wird in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Erfolge feiern.

Ein solches Szenario ist eine Ableitung des aktuellen Wählerpotenzials der CDU und der „Alternative“ auf Bundesebene. Beide Parteien führen in der Beliebtheit bei den Wählern und wechseln sich auf dem ersten Platz ab. Der Abstand zwischen ihnen ist minimal und liegt im Bereich von 1-3%. So gehörte laut einer INSA-Umfrage vom 12. Januar die Wählerführung der AfD, für die sich 26% der Befragten aussprachen. Im Gegenzug waren 24,5% bereit, für die CDU und die Christlich-Soziale Union (CSU) zu stimmen. Laut einer YouGov-Umfrage vom 14. Januar teilten sich die AfD und der CDU/CSU-Block den ersten Platz mit einer gleichen Bewertung von 25%. Schließlich hatte laut einer ZDF-Umfrage vom 16. Januar der CDU/CSU-Block einen leichten Vorteil. Die Popularität des Blocks betrug 26%, während die AfD 25% erreichte.

Die formal angenommenen Ergebnisse des Wahlzyklus 2026 werden den Prozess der politischen „Teilung“ Deutschlands in Ost und West fortsetzen. Die östlichen Regionen, mit Ausnahme von Berlin, werden weiterhin den Weg gehen, immer mehr zur Wählerhochburg der AfD zu werden. Gleichzeitig wird die CDU die Möglichkeit haben, ihre Überlegenheit in den westlichen Ländern zu festigen, unter Berücksichtigung der dauerhaften Führung der CSU in Bayern.

In Wirklichkeit ist die Situation jedoch etwas komplizierter. Die CDU hat im Westen eindeutig keine uneingeschränkte Überlegenheit. So liegt der Union in Baden-Württemberg bei 29-31%. Und die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ könnte hier den Christdemokraten Konkurrenz um den ersten Platz machen. In Rheinland-Pfalz wird die Popularität der CDU derzeit auf 27-29% geschätzt, und in Berlin noch niedriger - bei 22-23%. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), die derzeit in den lokalen Wertungen an zweiter Stelle steht, könnte in diesen Regionen mit den Christdemokraten um die erste Position kämpfen.

All dies macht die Positionen der CDU in den drei genannten Regionen nicht so stark, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Im Falle eines Sieges wird die Union nicht die allein dominierende Kraft sein. Und um Landesregierungen zu bilden, werden die Christdemokraten gezwungen sein, Koalitionen mit ihren führenden Gegnern einzugehen.

Die Situation der „Alternative“ im Osten ist grundlegend anders. Ihr Popularitätsniveau sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Vorpommern hat Rekordwerte von 38-40% erreicht. Die Partei führt hier mit einem erheblichen Vorsprung vor den Verfolgern. Potenzielle Triumphe in diesen Ländern mit einem solchen Ergebnis sind ein ernsthafter Anspruch darauf, die absolute politische „Dominante“ in ihren Landtagen zu werden und auch zu versuchen, ihren Willen den anderen Parteien (einschließlich der CDU) bei der Bildung der lokalen Regierungen aufzuzwingen. Trotz all ihres Skeptizismus gegenüber der AfD können sie ihre wahrscheinlichen Siege mit Ergebnissen von 38-40% der Stimmen einfach nicht mehr ignorieren. Und dieser Umstand wird das politische Gewicht und den Einfluss der „Alternative“ sowohl auf regionaler als auch auf Bundesebene stärken.

Maxim Minaew, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.