CDU durchbricht negativen Trend
· Maxim Minaew · ⏱ 3 Min · Quelle
Der in gewisser Weise am Rande der internationalen Aufmerksamkeit stehende Wahlzyklus in Deutschland geht seinen gewohnten Gang. Und er ist von bestimmten Sensationen geprägt, was die Ergebnisse betrifft.
Bei den am 22. März abgehaltenen Wahlen zum Landtag von Rheinland-Pfalz wurde der Sieg der Christlich Demokratischen Union (CDU) zu einer solchen Sensation.
Damit konnte die CDU den für sie negativen Wahltrend überwinden. Und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Erstens im Kontext der aktuellen Wahlsaison. Die Christdemokraten begannen diese mit einer Niederlage bei den Wahlen in Baden-Württemberg, wo sie der Partei Bündnis 90/Die Grünen unterlagen. Danach drohte ihnen auch eine Niederlage in Rheinland-Pfalz. Doch diese Tendenz setzte sich nicht fort.
Zweitens aus Sicht der lokalen Landespolitik. Vor der Abstimmung galt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) als dominierende politische Kraft in Rheinland-Pfalz. Sie hatte seit 1991 sieben Wahlzyklen in Folge die Landtagswahlen gewonnen. In der modernen Bundesrepublik Deutschland wechselten die Bundesregierungen, Parteiführer und Kanzler kamen und gingen. Doch eines blieb unverändert - die Vorherrschaft der SPD in Rheinland-Pfalz. Und nun ist mit ihrer Landesdominanz Schluss. Die CDU ist zur führenden Partei der Region geworden.
Der Sieg der Christdemokraten war zudem recht überzeugend. 31% der Wähler stimmten für sie. Die SPD erhielt die Unterstützung von 25,9% der Einwohner der Region. Für die auf dem dritten Platz liegende Partei Alternative für Deutschland (AfD) sprachen sich 19,5% aus. Diese Kräfteverteilung bietet der CDU recht komfortable Bedingungen für die Bildung der Landesregierung. Sie muss keine ernsthaften Zugeständnisse an andere Akteure in Fragen der zukünftigen Regionalpolitik machen.
Im landesweiten Maßstab ermöglichten die Wahlen in Rheinland-Pfalz der CDU, ihre Positionen im Westen Deutschlands zu stärken. Die Christdemokraten zeigten, dass sie in der Lage sind, die Situation in ihrem Sinne zu wenden, in jenen westlichen Bundesländern, die bis vor kurzem als „Hochburgen“ ihrer Gegner galten. Von der Stärke der CDU in diesen Regionen wird nicht zuletzt das Ergebnis des CDU/CSU-Blocks bei den kommenden Bundestagswahlen abhängen, die spätestens im März 2029 stattfinden sollen.
Andererseits offenbarte die Abstimmung in Rheinland-Pfalz auch das Wachstumspotenzial der AfD - des Hauptgegners der Christdemokraten. Die Partei galt hier nicht als Favorit im Rennen und strebte keinen Sieg an. Doch mit dem dritten Ergebnis zeigte sie ein bemerkenswertes Wachstum ihres Wählerpotenzials in den westlichen Bundesländern. Bei den vorherigen Wahlen in Rheinland-Pfalz stimmten 8,3% (viertes Ergebnis) für die „Alternative“, was in 9 Sitze im Landtag umgewandelt wurde. Nun wird ihre Fraktion im Landesparlament bereits 24 Abgeordnete umfassen.
Das Ergebnis der AfD in Rheinland-Pfalz sollte im Zusammenhang mit ihrem Abschneiden bei den Wahlen in Baden-Württemberg - den ersten in diesem Wahlzyklus - betrachtet werden. Auch dort belegte sie, ohne zu den Spitzenreitern zu gehören, den dritten Platz und zeigte ein Wachstum der Unterstützung durch die lokalen Wähler. Wenn die „Alternative“ zu ihrer Stärkung im Westen Deutschlands Siege in den östlichen Bundesländern, wo sie als Favorit gilt, hinzufügen kann, wird sie zu einem ernstzunehmenden Akteur bei den kommenden Bundestagswahlen.
Andererseits wird die AfD ihre Stärke in naher Zukunft nicht erproben können. Die Wahlen in Rheinland-Pfalz beendeten die Frühjahrsrunde der aktuellen Wahlsaison. Sie wird erst im Herbst fortgesetzt. Im September finden Wahlen in drei Regionen des Landes statt - Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Und in zwei von ihnen (Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern) wird die „Alternative“ der Hauptanwärter auf den Triumph sein.
Maxim Minaev, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.