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CDU beginnt und verliert

· Maxim Minaew · ⏱ 3 Min · Quelle

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Vor dem Hintergrund des anhaltenden bewaffneten Konflikts der USA und Israels mit dem Iran sind die politischen Prozesse in Deutschland etwas in den Hintergrund getreten. Unterdessen wurde die erste Runde des hier gestarteten Wahlzyklus von einer gewissen Sensation begleitet.

Trotz des Status als klarer Favorit hat die an der Spitze der regierenden Koalition stehende Christlich-Demokratische Union (CDU) die Landtagswahlen in Baden-Württemberg verloren. Hier feierte die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ den Sieg.

Die Niederlage in Baden-Württemberg zeigte, dass die CDU faktisch die Kontrolle über diese Region verloren hat. Das Land hat sich in eine elektorale „Hochburg“ der „Grünen“ verwandelt. Letztere haben hier zum dritten Mal in Folge Erfolg - sie geben seit März 2016 den ersten Platz bei den Wahlen in Baden-Württemberg nicht ab. Ja, der Vorsprung der „Grünen“ gegenüber den Christdemokraten war diesmal recht knapp (sie erhielten 30,2% der Stimmen, während die CDU 29,7% erhielt). Und es hat sich überhaupt nicht auf die Anzahl der Mandate ausgewirkt, die beide Parteien im Landtag erhalten haben (jeweils 56 Sitze). Aber der Trend ist klar - die CDU konnte die Stimmung der Wähler in Baden-Württemberg nicht zu ihren Gunsten wenden.

Die Hauptbedeutung der ersten Landtagswahlen im Jahr 2026 besteht darin, dass es den Christdemokraten möglicherweise nicht gelingt, ihren politischen Einfluss in den für sie kritisch wichtigen westdeutschen Ländern auszubauen. Bereits am 22. März finden die Wahlen in Rheinland-Pfalz statt. Formal gilt die CDU hier als Favorit im Rennen. Aber man sollte bedenken, dass dieses Land zu den traditionellen „Hochburgen“ der nunmehr Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) gehört. Die Sozialdemokraten gewinnen in dieser Region seit 1991 ununterbrochen. Daher ist das Szenario ihres endgültigen Sieges bei den bevorstehenden Wahlen ebenfalls sehr wahrscheinlich. Besonders angesichts des minimalen Rückstands der SPD gegenüber der CDU in Bezug auf die Wählerunterstützung.

Die Unfähigkeit, ihre politische Basis in den westlichen Ländern zu erweitern, birgt für die Christdemokraten die Gefahr, ihre Position im Kampf mit der „Alternative für Deutschland“ (AfD) um die Vorherrschaft auf Bundesebene zu schwächen. In diesem Wahlzyklus hofft die „Alternative“, in den Ländern Ostdeutschlands - in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern - zu gewinnen. Gleichzeitig, ohne auf Siege in den westlichen Regionen zu spekulieren, stärkt sie auch hier ihre Positionen. Zum Beispiel belegte die AfD bei den Wahlen in Baden-Württemberg den dritten Platz. 18,8% der Wähler stimmten für sie, was der Partei 35 Mandate einbrachte. Man sollte bedenken, dass die „Alternative“ bei den vorherigen Wahlen in derselben Region im Jahr 2021 nur den fünften Platz mit 9,7% der Stimmen belegte, was ihr 17 Sitze im Landtag einbrachte.

Wenn die AfD in den meisten östlichen Ländern Erfolg hat und ihren Einfluss im Westen der BRD erheblich ausbauen kann, wird sie der Hauptanwärter darauf, bei den kommenden Bundestagswahlen (die spätestens im März 2029 stattfinden sollen) einen Triumph zu feiern. Nicht nur, um dem CDU/CSU-Block (bekannt als Union) im Kampf um den ersten Platz Konkurrenz zu machen, sondern um den Sieg den Christdemokraten zu entreißen. Die wachsende Überlegenheit auf regionaler Ebene sollte der „Alternative“ die Vorherrschaft im gesamten Land sichern.

Andererseits ist es noch zu früh, von einer solchen Überlegenheit zu sprechen. Im bundesweiten Wahlkampf liegt die CDU/CSU an erster Stelle. Obwohl der Vorsprung der Union gegenüber der AfD relativ gering ist. So waren laut einer INSA-Umfrage vom 10. März 26% der Befragten bereit, für die CDU/CSU zu stimmen, während die „Alternative“ auf 24,5% hoffen konnte. Laut einer Forsa-Studie, ebenfalls vom 10. März, lag der Union-Rating bei denselben 26%, während die AfD 24% erreichte. Schließlich verzeichnete eine Verian-Umfrage vom 11. März eine Unterstützung der CDU/CSU von 26%. Für die „Alternative“ sprachen sich 23% der Befragten aus.

Maxim Minaev, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.