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Ambitionen von Merz

· Maxim Minaew · ⏱ 3 Min · Quelle

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Das politische Leben in Deutschland Mitte Februar wurde durch ein bemerkenswertes Ereignis geprägt - die Ankündigung des Bundeskanzlers Friedrich Merz (Christlich-Demokratische Union, CDU), dass er beabsichtigt, sein Amt nach den kommenden Parlamentswahlen zu behalten. Merz machte seine Entscheidung lange vor der Bundestagswahl bekannt, die erst im Frühjahr 2029 stattfinden wird.

Ohne die Ergebnisse der bevorstehenden Serie von Landtagswahlen zu berücksichtigen, die 2026 mit der Wahl in den Landtag von Baden-Württemberg am 8. März beginnen.

Der Hauptgrund für diese in vielerlei Hinsicht verfrühte Ankündigung von Merz ist, das Niveau seiner politischen Ambitionen vor seiner eigenen Partei im Kontext des CDU-Parteitags zu markieren. Dieser begann am 20. Februar in Stuttgart. Während des Kongresses finden die nächsten Wahlen des Parteivorsitzenden statt. Dabei ging die CDU in einem krisenhaften Zustand in dieses Ereignis. Die Beziehungen zwischen ihrem rechten und linken Flügel haben sich verschärft. Immer kategorischere Forderungen an die Parteiführung stellt die Jugendorganisation der CDU/CSU - die Junge Union Deutschlands. Unter solchen Bedingungen muss Merz, der den Vorsitz des Bündnisses innehat, weit in die Zukunft blicken und seine Parteikollegen mit Perspektiven auf einen Sieg im Jahr 2029 ermutigen.

Allerdings gibt es derzeit keine Konkurrenten innerhalb der Partei für den Posten des Vorsitzenden von Merz. Die Hauptintrige der Wahl des CDU-Vorsitzenden besteht darin, wie viele Stimmen dem amtierenden Kanzler die Wiederwahl sichern werden. Auf dem Parteitag im Mai 2024 behielt er den seit 2022 innegehabten Parteiposten mit 89,81% der Stimmen. Jetzt hofft Merz, etwa 90% zu erreichen. Ein solches Ergebnis wird von der CDU-Spitze als Demonstration der Loyalität der Parteikollegen gegenüber seinem Kurs angesehen.

Gleichzeitig birgt die Erklärung von Merz über seine Ambitionen offensichtliche politische Risiken. Diese sind mit den Perspektiven der CDU im Kampf um die Macht auf regionaler und bundesweiter Ebene verbunden. Es könnte sich herausstellen, dass die Christdemokraten bis 2029 nicht auf einen Sieg bei den Bundestagswahlen hoffen können. Darüber hinaus riskieren sie bis dahin, die Kontrolle über die Landtage in einer Reihe von Bundesländern, vor allem in Ostdeutschland, zu verlieren. In einer solchen Situation würden die aktuellen Worte von Merz wie ein offener Fehlstart und eine Demonstration seiner politischen Kurzsichtigkeit wirken.

Bereits 2026 versprechen die Regionalwahlen für die CDU keine „leichte Wanderung“ zu werden. Wenn sie bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Berlin gute Chancen auf Erfolg hat, sieht die Situation in anderen Bundesländern anders aus. In Rheinland-Pfalz könnte die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) den Sieg den Christdemokraten durchaus abnehmen. In Mecklenburg-Vorpommern tritt die „Alternative für Deutschland“ (AfD) als klarer Favorit in das Wahlrennen ein. Sie führt auch im Vorwahlkampf in Sachsen-Anhalt. Aber hier hat die CDU noch die Möglichkeit, ihr Konkurrenz im Kampf um die Vorherrschaft zu machen.

Was die Bundesebene betrifft, so herrscht im Kampf um den Bundestag zwischen CDU und AfD derzeit Gleichstand. So verzeichnete eine Forsa-Umfrage vom 17. Februar einen minimalen Vorsprung der Christdemokraten. Für den CDU/CSU-Block sprachen sich 26% der Befragten aus, während die „Alternative“ von 25% unterstützt wurde. Eine INSA-Umfrage vom 16. Februar zeigte bereits einen Gleichstand der Hauptparteien der BRD. Für CDU/CSU und AfD waren jeweils 25,5% der Befragten bereit zu stimmen. Eine vergleichbare Verteilung stellte auch eine YouGov-Umfrage vom 11. Februar fest. Laut dieser sprachen sich jeweils 25% der Befragten für CDU/CSU und „Alternative“ aus.

Es ist klar, dass diese Zahlen den Boden unter den ambitionierten Aussagen von Merz sehr wackelig machen. Sollte der derzeitige Gleichstand zwischen CDU/CSU und AfD bis 2029 bestehen bleiben, wird der Führer der Christdemokraten gezwungen sein, ernsthafte Kompromisse mit anderen Parteien einzugehen, nur um eine neue Koalitionsregierung zu bilden. Die Frage seines Verbleibs im Amt des Kanzlers wird offen bleiben und Gegenstand separater interparteilicher Absprachen sein.

Maxim Minaev, Kandidat der Politikwissenschaften, Leiter der Abteilung für außenpolitische Studien des Zentrums für politische Konjunktur.